Expo
In der Nacht ist Ariba im Dienst

Wenn die Ausstellung um 22Uhr schliesst, übergibt die Messeleitung die Schlüssel an die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma. Sie behalten die Hallen und das Umgelände im Auge.

Peter Siegrist
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Ist da jemand? Ariba spürt jeden Eindringling auf. Peter Siegrist

Ist da jemand? Ariba spürt jeden Eindringling auf. Peter Siegrist

Nach 22 Uhr entvölkern sich die Ausstellungshallen in Reinach, dafür sorgen die Angestellten der STS Bewachungen AG. Höflich, aber bestimmt, sodass auch die letzten Expo-Besucher zum Ausgang gehen. Dann naht der Dienstantritt von Ariba. Die dreijährige Schäferhündin von B. K. ist als Schutzhund ausgebildet. Sie drängt darauf, in den Einsatz zu gehen, mit ihrer Führerin durch die Hallen zu streifen. Das ist Teil ihres Berufs.

Der Persönlichkeitsschutz gebiete es, von den Angestellten nur die Initialen zu nennen, wünscht STS-Geschäftsleiter Gilbert Marti. Er führt die Firma mit dem Beinamen «Schutzengel in Uniform» seit 1988 und übernimmt Aufträge in verschiedenen Bereichen, von Eventbetreuung bis zu Baustellenlogistik und Verkehrsdienst.

Keine Chance für ein Versteck

Zurück zu Ariba, die im Auto wartet, bis sie abgeholt wird. Sind die Hallen leer, wird das Licht gelöscht, kommt es zur Wachtablösung. Unspektakulär, ohne Musik und Fahnenaufzug, übergibt OK-Chef Christian Schweizer den «Nachtwächtern» die Schlüssel für Eishalle, Tennishalle und Ausstellungszelt mit allen Standeinrichtungen. «Die Sicherheit liegt jetzt bei euch.»

Jetzt geht B.K. zu ihrem Auto und holt Ariba. Als Erstes unternimmt sie gemeinsam mit ihrem Kollegen H.K. einen Kontrollgang durch sämtliche Hallen. B.K. und Ariba betreten jeden Stand, Ariba, unglaublich aufmerksam, stellt die Ohren und streckt die Nase beinahe unter jedes Pult. «Wir dürfen halt hinter die Vorhänge blicken», schmunzelt B.K. und ergänzt: «Hat sich eine Person versteckt, spürt das meine Hündin sofort und zeigt es an.» Nach dem Rundgang ist sichergestellt, dass die Ausstellung leer ist, dass sich keine Person einschliessen liess, um nachher aktiv zu werden.

B.K. ist eine erfahrene Hundehalterin, sie bildet Jahr für Jahr neue Schutzhunde aus und leistet mit ihnen Einsätze. So wie in dieser Nacht an der Wyna-Expo. Die Ausbildung beginnt sie mit den Junghunden. Ein Schutzhund müsse sich in ganz verschiedenen Umgebungen sicher bewegen können, ob Lärm oder Stille, ob Musik oder Verkehr, Ariba muss konzentriert ihre Aufgaben wahrnehmen. Ein Hund müsse stark sein, sagt sie, gut sozialisiert und bereit zur Verteidigung.

«Ebenso muss er in heiklen Situationen gehorchen und unter Kontrolle bleiben. Es sei bei ausgebildeten Hunden wichtig, dass sie ganz klar zwischen Dienst und Freizeit unterscheiden. Ariba sei ausser Dienst ein verschmuster Hund, könne mit Kindern spielen, sei gut zu führen. «Entscheidend ist meine enge Beziehung zum Hund», sagt B.K., «letztlich müssen wir beide uns in heiklen Situationen sicher fühlen und richtig handeln können.»

Prävention, Sicherheit und ein gutes Gefühl

Im Dienst jedoch wirkt Ariba ganz anders. Aufmerksam und konzentriert. Sie gehorcht ihrer Führerin aufs Wort. Allein ihre Präsenz wirkt. Vor der Halle stehen junge Männer beieinander, trinken Bier und lachen laut. Sobald sie B.K. mit dem Hund erblicken, werden sie merklich ruhiger, Respekt spielt da mit.

Die Nachtschicht der STS-Angestellten dauert von 22 bis 6 Uhr morgens. Während dieser Zeit patrouillieren sie auf dem Expo-Gelände und umrunden die Hallen. Sie verhindern, dass es zu Vandalismus und Diebstählen kommt, aber gerade bei Festivitäten gäbe es häufig auch Raufereien, sagt Marti, da seien seine Leute geschult, und wüssten wie eingreifen. Sicherheit sei umfassend. Wohl am wichtigsten sei die Präsenz. «Prävention kommt immer an erster Stelle», sagt Marti. Präventiv wirken auch B.K. und ihre Ariba. Sie geben den Menschen Sicherheit und ein gutes Gefühl.

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