Besondere Bauweise
In Attelwil wird ein Haus ganz aus Holzklötzen gebaut

Steko ist ähnlich wie Lego. Damit ein Haus zu bauen, ist deshalb fast ein Kinderspiel. Nun entsteht das erste Steko-Haus im oberen Suhrental. Genauer gesagt in Attelwil.

Zaneta Hochuli
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Zimmermann-Lehrling Raphael Baumann (links) bespricht mit einem Fachmann den weiteren Aufbau des Holzhauses.

Zimmermann-Lehrling Raphael Baumann (links) bespricht mit einem Fachmann den weiteren Aufbau des Holzhauses.

Zaneta Hochuli

Wer als Kind gerne mit Legosteinen gespielt hat, wird mit der Steko-Bauweise an Kindertage erinnert. Ein paar Dimensionen grösser, aber im Grunde ebenso simpel. Dies hat auch die Bauherren Roger und Nadja Hochuli überzeugt: «Die Trockenbauweise und das dadurch spürbar bessere und gesündere Wohnklima haben den Ausschlag gegeben.» Hochulis werden mit ihren zwei Töchtern an Weihnachten im ersten Steko-Haus in Attelwil einziehen.

Schweizer Produkte-Entwicklung

Steko ist das Resultat einer intensiven Entwicklungsarbeit an der ETH Zürich. Das erste Objekt wurde 1996 erbaut und seitdem sind rund tausend Bauten in ganz Europa errichtet worden. Nun wird auch in Attelwil ein solches Wohnhaus erstellt. Der Aushub für das Eigenheim erfolgte bereits Anfang August. Die Detail- und Werkplanung für den Holzbau erstellte die Generalunternehmerfirma Burgherr Moosersäge AG aus Hintermoos.

Die Holzmodule wurden Anfang Oktober angeliefert und die Zimmerfachleute machten sich ans Werk. Ohne Mörtel, Zement oder Leim entsteht in wenigen Tagen ein solides Haus, das konventionellen Bauten in nichts nachsteht. «Ausserdem», meint Thomas Burgherr, Inhaber des Generalunternehmens, «kann aufgrund der Trockenbauweise bereits nach dem Aufrichten mit den Isolationsarbeiten begonnen werden.» Da das Mauerwerk nicht erst trocknen muss, wird gegenüber dem konventionellen Hausbau etwa ein Monat gewonnen.

Raphael Baumann, Zimmermann-Lehrling im zweiten Ausbildungsjahr beim Generalunternehmen, ist vom Steko-Bausystem überzeugt. «Beim üblichen Hausbau sind wir Zimmerfachleute vorwiegend für den Innenausbau zuständig», meint der 17-Jährige. «Nun ein Modul-Holzhaus innert einigen Tagen aufzustellen, ist eine nicht alltägliche – aber eine runde Sache.» Bereits als 11-Jähriger konnte er beim Testaufbau eines Steko-Kinderspielhauses anlässlich der 700-Jahr-Feier der Gemeinde Attelwil seine Fähigkeiten unter Beweis stellen und seine Faszination für den nachwachsenden Rohstoff Holz ausleben.

Möglichkeit für Rohbaubesichtigung: Samstag, 3. November, von 10 bis 16 Uhr, im Dörfli in Attelwil.