Reinach

Im Wynen- und Seetal entsteht eine der grössten Oberstufen-Kreisschulen

Präsident des neuen Kreisschulrates ist Peter Lenzin.

Präsident des neuen Kreisschulrates ist Peter Lenzin.

Knapp 1000 Schüler, gegen 200 Angestellte und ein Problemfall: Ab dem 1. Januar ist die Kreisschule aargauSüd operativ tätig.

«Die Oberstufe Menziken ist ein zukunftsgerichtetes Modell, indem alle drei Niveaus – Realschule, Sekundarschule und Bezirksschule – unter einem Dach vereint sind.» Das steht noch heute auf der Website der Schule Menziken. Aber es ist eigentlich nicht mehr gültig – und schon gar nicht «zukunftsgerichtet»: Denn am kommenden Mittwoch, am 1. Januar, geht die Oberstufe Menziken in der Kreisschule aagauSüd auf. Genauso wie die Kreisschule Mittleres Wynental und die Kreisschule Homberg. Letztere beiden nach je 15 Jahren: Sie entstanden im Sommer 2005 im Zusammenhang mit der damaligen Regionalisierung der Oberstufe (Regos).

Menziken verliert seine Bezirksschule

Im Rahmen der Neuorganisation verliert Menziken seine Bezirksschule und Gontenschwil seine Oberstufe. Das allerdings erst im nächsten Sommer, wenn nicht nur die Organisation (die Firma), sondern auch deren Aktivität (der Schulbetrieb) neu sein wird.

Abgelöst werden auch die meisten Führungskräfte: Präsident des neuen Kreisschulrates ist Peter Lenzin (FDP), Gemeindeammann in Beinwil am See; Präsidentin der Kreisschulpflege ist Christina Camadini (SVP), Unterkulm. Operativer Chef wird der Externe Joachim Redondo: Er nimmt seine Tätigkeit als Gesamtschulleiter am 1. Februar auf.

Anders als beispielsweise bei der Kreisschule Aarau-Buchs oder der Kreisschule Entfelden wurden die neun Kreisschulräte nicht vom Volk gewählt, sondern von den Gemeinderäten bestimmt. Die Kreisschulpflege hat sieben Mitglieder und wurde vom Kreisschulrat gewählt.

Die Oberstufen-Kreisschule hat ein Budget von 12 Millionen Franken – sie ist also eine ansehnliche Firma. Ihre Hauptstandorte sind Reinach und Unterkulm (mit je einer Bezirksschule) sowie Menziken. Oberkulm ist eine Filiale des Schulstandorts Unterkulm.

Zehn Gemeinden (von Teufenthal bis Burg sowie Beinwil am See und Birrwil) sind Mitglieder der Kreisschule aargauSüd. Die Gontenschwiler fühlen sich bei der Vergabe der Schulstandorte übergangen. Sie sind nicht einmal Vertragsgemeinde, schicken aber ihre Kinder – gezwungenermassen – in die neue Oberstufenschule. Wegen dieses Problemfalls und dem damit verbundenen Rechtsstreit über Entschädigungen dürfte sich die Auflösung der Kreisschule Homberg verzögern.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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