Kölliken
Im «Schürlifeld» lagern Kiesvorräte für 16 Jahre

Für ein neues Kiesabbaugebiet der Firma Hochuli AG im «Schürlifeld» muss die Gemeinde den Kulturlandplan anpassen.

Christine Fürst
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Im «Schürlifeld» soll künftig Kies abgebaut werden.

Im «Schürlifeld» soll künftig Kies abgebaut werden.

Kanton Aargau

Noch sieben bis acht Jahre könnte es dauern. Dann sind die Kiesressourcen der Firma Hochuli AG im heutigen Abbaugebiet «Hardmatte» ausgeschöpft. Deshalb hat die Firma nach einer neuen Grube Ausschau gehalten und diese im angrenzenden Gebiet «Schürlifeld» gefunden.

Bereits Anfang März letzten Jahres hat der Grosse Rat mit grossem Mehr das vorgesehene Kiesabbaugebiet im kantonalen Richtplan als Materialabbaugebiet festgesetzt. Damit war eine erste Hürde geschafft. Nun muss in der Gemeinde Kölliken der Kulturlandplan angepasst werden, denn die neue Materialabbauzone «Schürlifeld» ist auch dort einzutragen.

Die Entwürfe mit Planungsbericht, Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) und den Erläuterungen für das Mitwirkungsverfahren liegen bei der Abteilung Bau in Kölliken noch bis 21. Oktober öffentlich auf. Parallel dazu läuft das Vorprüfungsverfahren beim Kanton. Danach werden die Entwürfe überarbeitet und bereinigt und in der definitiven Fassung öffentlich aufgelegt für ein Einwendungsverfahren.

Das Gebiet «Schürlifeld» umfasst vier Parzellen mit Fruchtfolgeflächen. Der Kiesabbau wird in Etappen vorgenommen werden. Insgesamt werden über 16 Jahre rund 1,2 Millionen Kubikmeter Kies im «Schürlifeld» abgebaut werden können. Nach ungefähr ein bis zwei Jahren werden die ersten Gruben wieder aufgefüllt werden. Die Kiesgrube soll ausschliesslich mit unverschmutztem Aushubmaterial aufgefüllt und – wie auch die «Hardmatte» – renaturiert und wieder der Landwirtschaft übergeben werden.

Die Erschliessung wird über das bereits bestehende Abbaugebiet «Hardmatte» erfolgen. Laut Planungsbericht wird durch den Kiesabbau keine zusätzliche Lärmbelastung geschaffen, da sich das Gebiet nahe bei der Autobahn befindet.

Vorhaben ist umweltverträglich

Das Vorhaben unterlag wegen des grossen Kiesabbauvolumens einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Im Bericht dazu wurden sämtliche umweltrechtlich relevanten Bereiche aufgezeigt und beurteilt. Es zeigte sich, dass sich die Lärm- und Luftbelastungen nicht verändern werden und dass einzig der Standort der Lärmquelle ein wenig verschoben werden würde.

Ein wichtiges Thema ist das Grundwasser. Im März 2013 lehnten Birdlife Aargau und der WWF Aargau die Richtplananpassung unter anderem wegen Interessenskonflikten mit der Grundwassernutzung ab. Denn das «Schürlifeld» liegt im Einzugsgebiet des wichtigen Suhrental-Grundwasserstromes. Im Bericht heisst es, dass im Laufe des Kiesabbaus eine rund 10 bis 13,5 Meter mächtige Materialschicht über dem höchsten Grundwasserspiegel kontinuierlich und unwiderruflich entfernt wird. Dies habe Auswirkungen auf den Wasserhaushalt. Doch es heisst weiter, dass dank Kernbohrungen und Grundwasserspiegelmessungen die Verhältnisse im Untergrund genau bekannt sind und das Projekt diesen angepasst ist. Es werden verschiedene Massnahmen aufgelistet, welche die möglichen Auswirkungen auf das Grundwasser als unbedeutend eingestuft werden. So muss beispielsweise über dem höchsten Grundwasserspiegel eine schützende Materialschicht von drei Metern belassen werden. Der Bericht kommt zum Schluss, dass das Projekt für das Grundwasser des Suhrentals und dessen Nutzer weder in qualitativer noch in quantitativer Hinsicht nachteilige Auswirkungen hat.

Die Umweltbelastungen sollen mit entsprechenden Massnahmen bestmöglich minimiert werden. Gesamthaft wird im UVP-Bericht das Abbauprojekt «Schürlifeld» als umweltverträglich bezeichnet.