Schlossrued

Im Ruedertal hat Ostern jetzt schon begonnen

Die Landfrauen sind am Ostermarkt ihrem guten Ruf nichts schuldig geblieben.

«Wo wollen wir einsteigen?», fragt eine junge Mutter ihre Kinder am Samstagmorgen. Die Frage ist berechtigt. Lässt man sich vom süssen Duft der Backwaren leiten oder folgt man den floralen Augenweiden? Die Landfrauen Schlossrued haben ihr Talent fürs Backen, Blumengestecke machen, Werken, gepaart mit einem ausgeprägten Sinn fürs Schöne, einmal mehr voll ausgelebt.

Es ist Ostermarkt im Ruedertal, und schon früh begrüssen die Pflanzen in Körben oder Schubkarren und die Holzhasen ihr Publikum. «Wir haben im Oktober angefangen mit Sägen, Nähen und Häkeln», sagt Präsidentin Ruth Bolliger. Sie ist auch für die Floristik am Markt verantwortlich, und die mit Primeln und Moos gedeckten Stühle und Tische, aber auch die mit Blumen umgebenen Äste zwischen den Ständen sowie die Pflanzen am Treppengeländer zur Halle hoch ernten bewundernde Blicke.

An gut 60 Ständen ist bei herrlichstem Wetter viel Kunsthandwerkliches zu haben, von Babykleidern bis Eisenkunst, von Glasobjekten bis Werken aus Kaninchenfell. «Nicht zu viel heimtragen und nachher steht es zu Hause bloss herum», warnt eine Marktbesucherin. Die Versuchung des Schönen. Oder des Günstigen. Am besten beides. Ruedi Tanner schenkt gebrannte Wasser aus, aber auch kindergerechte Probiererli sind zu haben. Zum Beispiel Oliven oder ein Stück Käse. Und bei Drechslerheinz aus Küttigen können Kinder erfahren, wie die Späne fliegen.

In der Backstube ist ein gutes Dutzend Landfrauen emsig am Teigkneten und Backen. «Nachts um drei Uhr haben die Ersten angefangen» sagt Landfrau Christine Müller. Die Frauen arbeiten im Schichtbetrieb; das Geschäft läuft wie geschmiert, die Nachfrage nach Zöpfen, Broten und Schnecken ist gross. Gearbeitet wird auch bei Metallwerker Martin Tanner oder beim Natur- und Vogelschutzverein. Da können Kinder unter Anleitung einen Nistkasten zusammenschrauben.

Hungern muss niemand am Ostermarkt; dafür sorgen die Festwirtschaften draussen und in der Halle, wo man auch auf traditionelle Art mit Pflanzen gefärbte Ostereier bekommt. Schliesslich ist Ostermarkt der Landfrauen.

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