Reinach

Im Museum Schneggli kann man einen Moment wieder Kind sein

Die Ausstellung «Die Welt des Spiels» im Museum Schneggli weckt Erinnerungen an die eigene Kindheit. Seit über zwei Jahren schlummerte die Idee zu dieser Ausstellung in den Köpfen der Macher, jetzt endlich kann die «Welt des Spiels» eröffnet werden.

Schnell werden noch die letzten Fingerabdrücke auf der Vitrine weggeputzt und alle Lichter angeschaltet. Das Gästebuch liegt schon parat. Ursula Rüesch und ihr Team vom Museum Schneggli sind bereit, um die neue Ausstellung zu eröffnen. Die Besucher werden in die Welt des Spiels entführt, so heisst auch die Ausstellung. «Man darf spielen, schauen, bewundern und sich an die Kindheit erinnern», sagt Ursula Rüesch an der ersten Führung.

Das ist dem Museums-Team gelungen: Die Ausstellungsstücke versetzen die Besucher in vergangene Zeiten, rufen Erinnerungen wach und lassen einen für einen kurzen Moment wieder Kind sein. So beispielsweise im Raum, in dem sich ausschliesslich Holzspielsachen befinden. Da steht ein Steckenpferd in einer Ecke, irgendwie unscheinbar, und doch könnte wahrscheinlich jeder dazu eine Geschichte erzählen. Ähnlich ist es bei der Brio-Bahn, auch sie ist noch heute in vielen Kinderspielzimmern anzutreffen.

Auch Raritäten sind dabei

Herbert Dätwyler, einer der Ausstellungsmacher, führte durch den Raum mit den Blechspielwaren. «Blech ist neben Holz dasjenige Material, welches oft für Spielwaren gebraucht wurde», sagt er. Von Eisenbahnen über die Dampfwalze bis zum hüpfenden Blechfrosch ist alles zu finden. Der Raum lässt vor allem Männerherzen höher schlagen, in der Mitte befindet sich eine grosse Vitrine mit Spielzeugautos. Von Ferraris bis zum VW-Bus und verschiedensten Matchbox-Autos ist alles zu finden. Man meint, auch in Herbert Dätwylers Stimme die Begeisterung hören zu können. Ein grosser Teil der Ausstellungsstücke aus Blech stammt von ihm. Diese sammelt er auch privat.

Herbert Dätwyler und seine Frau Verena haben zusammen mit Erika Meyer die Ausstellung konzipiert. In Meyers Kopf schlummerte die Idee schon seit über zwei Jahren. «Wir haben einige Spielsachen aus dem Baselbiet in der Ausstellung, den Rest haben wir zwischen Seon und Beromünster eingesammelt», sagt sie.

Über die steinerne Wendeltreppe des Museums gelangt der Besucher in den zweiten Stock. Zuerst geht es um Gesellschaftsspiele aller Art. Im nächsten Raum schlagen dann die Frauenherzen höher. Puppenstuben, Kinderküchen und Verkaufsläden in jeder Form und Grösse. «Die kleinen Verkaufsläden von Maggi und Knorr konnte man zusammenklappen, damit das Kind sie in die Ferien mitnehmen konnte», sagt Dätwyler. Unter den verschiedenen Ausstellungsstücken befinden sich auch einige Raritäten: «Vieles findet man nur noch auf Antiquitätenbörsen für sehr viel Geld», sagt er weiter.

Nicht fehlen dürfen die Puppen und Plüschtiere. Auch ihnen wird ein Raum gewidmet. Vom berühmten Steiff-Teddybären bis zu den Puppen von Schildkröt, einem der ältesten Puppenhersteller, ist alles dabei. Den letzten Raum hat die Ludothek eingerichtet, hier kann gespielt werden – auch mit dem Gameboy.

«Ich vermisse meine Spielsachen richtig», sagt Herbert Dätwyler zum Schluss. Ende November, wenn die Ausstellung fertig ist, kann er sie wieder nach Hause nehmen. Doch bis dann dürfen sie die Besucher noch bewundern.

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