Su(h)rental

Im März spriessen die «Sommersprossen» wieder

Die Sängerinnen beim Proben Andrea Bucher, Ursi Hauri, Doris Marti und Edith Bucher.

Die Sängerinnen beim Proben Andrea Bucher, Ursi Hauri, Doris Marti und Edith Bucher.

Andrea und Ursi sind als Geschwister Bucher seit über zehn Jahren in Jodlerkreisen eine bekannte Grösse mit. Nun aber erschliessen sie sich musikalisch neue Felder, zusammen mit ihren Schwestern Edith und Doris.

Das Bucher'sche Elternhaus in der Riedmatt Winikon hat Doris, Edith, Andrea und Ursi nachhaltig geprägt: Vater und Mutter jodeln. Andrea und Ursi sind auch im Jodlerklub Echo Reitnau aktiv. Nun gehen sie neue Wege: «Sommersprossen» stehen für musikalische Vielfalt.

«Wir sind alle rötschelige Typen», sagt Doris, «und im März spriessen sie wieder, die Sommersprossen.» Und Andrea ergänzt: «Unser Repertoire passt zu den Sommersprossen, von denen keine wie die andere ist.» Andrea und Ursi sind als Geschwister Bucher seit über zehn Jahren in Jodlerkreisen eine bekannte Grösse mit. Nun aber erschliessen sie sich musikalisch neue Felder, zusammen mit Edith, welche das Duett jeweils auf dem Akkordeon begleitet, aber auch singen kann, und Doris, der ältesten der vier Schwestern. Zwei Pflegefachfrauen und zwei Kindergärtnerinnen machen Musik.

Die Zuhörer berühren

Die vier Frauen zwischen 35 und 42 bringen ihre jeweiligen Interessen ein: Volkslieder, schwedische Lieder, Swing, Afrosongs. «Die Leute berühren», ist für Andrea das Wichtigste, wichtiger als gute Berichte bei Wettbewerben. Wenn das Publikum, wie ihr Vater bei Zuhören an der Probe letzte Woche, bei «Gabriellas Song», einem Lied aus dem schwedischen Film «Wie im Himmel», feuchte Augen bekommt, haben die vier Frauen das Ziel erreicht. «Es darf auch Hühnerhaut sein», ergänzt Doris. Es gebe kein schöneres Kompliment, meint Andrea, und die Kostprobe beweist es: Diese Stimmen gehen unter die Haut, auch wenn die vier Frauen nicht das sinnigerweise gepunktete Sommersprossenkleid tragen.

Individuell üben

Gemeinsame Probetermine zu finden, sei nicht einfach, sagen die «Sommersprossen» übereinstimmend: Sie wohnen in Kriens, Grosswangen, Winikon und Reitnau; drei von ihnen haben Familie mit Kindern. «Ich nehme meine Stimme mit dem iPhone auf», sagt Doris. Gesangslehrer Dirk Jäger arrangiert die Stücke und schreibt die vier Stimmen für die vier Frauen: Sopran, Mezzosopran 1, Mezzosopran 2 und Alt. Geübt wird also individuell: auch im Auto, auch unter der Dusche. «Ich übe mit Vorliebe beim Haareföhnen; dann höre ich mich nicht ganz», sagt Ursi. Und Edith nimmt die Melodien auf ihre Skitouren mit. Für das Zusammenfügen und den Feinschliff kommen sie wieder zusammen, um konzentriert und effizient zu arbeiten, denn Zeit ist auch für die «Sommersprossen» ein kostbares Gut.

Mit Keiser Chörli aufs Schiff

Mit Christoph Walter, dem in Triengen wohnhaften Musiker, Komponisten und Arrangeur, hat das Quartett eben eine Person gefunden, die den Schritt von der A-cappella-Formation zur Gruppe mit musikalischer Begleitung ermöglicht. Ihr Gesang bei der Beerdigung von Otto Ineichen habe ihn tief berührt. Noch sei nicht alles spruchreif, sagen die Frauen. Ihr Ziel ist ein vierzigminütiges Unterhaltungsprogramm, zu dem auch eine Choreografie gehört.

Gebucht aber ist eine Flussfahrt von Strassburg nach Amsterdam im Juni. Mit dabei ist das Keiser Chörli Strengelbach, mit dem die «Sommersprossen» auch schon eine CD aufgenommen haben. Und auch die Eltern der vier kommen mit, was einen Babysitter-Notstand zur Folge hat. «Wir sind dann auf gute Freundinnen angewiesen», sagt Andrea.

Abwechslungsreiches Repertoire

Die Leute berühren: Die «Sommersprossen» machen das mit einem breiten Repertoire. Da hat Gölä ebenso seinen Platz wie die Andrew Sisters, Sting oder Peter Reber. Und natürlich traditionelle Volkslieder. «Es gibt Lieder für jede Stimmung», sagt Andrea. Und nicht zuletzt darum singen sie auch. Singen befreie. Die vier Schwestern haben ein ausgeprägtes Vertrauensverhältnis untereinander. Jede wisse alles von jeder: «Wenn es unter uns nicht geigt, gehts auch beim Singen nicht.»

Doch bei aller Leidenschaft für Neues: Das Jodeln lassen sie nicht, im Gegenteil. Die «Sommersprossen» haben vor, am Zentralschweizerischen Jodlerfest vom 21. bis 23. Juni in Reiden mitzumachen, und zwar solistisch mit Akkordeonbegleitung (Andrea und Edith), im Duett (Andrea und Ursula) und erstmals zu viert.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1