Schöftland
Im Kleinstgärtchen kann jeder sein eigenes Gemüse ziehen

Der Gemeinnützige Frauenverein Schöftland hat ein neues Projekt lanciert: Die Frauen verteilen Gartenkisten und möchten damit Schöftland ein bisschen grüner machen.

Sibylle Haltiner
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Sie freuen sich auf die Gartensaison: Dorothee Doswald, Sanne M. Sommerhalder, Dora Steiger und Brigitte Vogel von BBZ Niederlenz (v. l).sih

Sie freuen sich auf die Gartensaison: Dorothee Doswald, Sanne M. Sommerhalder, Dora Steiger und Brigitte Vogel von BBZ Niederlenz (v. l).sih

Sibylle Haltiner

Am Anfang stand der Traum von einem Gemeinschaftsgarten. Die Mitglieder des Gemeinnützigen Frauenvereins Schöftland stellten sich einen Begegnungsort für Generationen und Kulturen vor, einen Ort, um auszuspannen und die Natur zu geniessen. Die Wirklichkeit verlangte nach Stromanschluss, Parkplätzen und Toiletten. Ein solches Projekt wollten die Frauen nicht weiterverfolgen.

Die Lösung hatte der Attelwiler Schreiner Fridolin Koller. Statt eines grossen Gartens für alle, macht man viele kleine. Die Idee des «Gartens in der Kiste» war entstanden. Koller zimmerte einen Prototyp aus Lärchenholz. 90 mal 120 mal 60 cm misst der Minigarten und ist 40 kg schwer. Zwei starke Männer tragen sie sogar auf einen Balkon im dritten Stock. Auf kleinstem Raum kann sich diesen Sommer jede Schöftlerin, jeder Schöftler den Traum vom eigenen Garten verwirklichen.

Kisten dürfen angeschaut werden

Am Dienstagabend stellte Dorothee Doswald, Präsidentin des Gemeinnützigen Frauenvereins, das Projekt vor. Eine Art «urban gardening», das Schöftland in ein Gartendorf verwandeln soll. Für 20 Franken kann eine Kiste mitsamt Erde für die Saison 2014 gemietet werden. In einer Vereinbarung verpflichten sich die temporären Besitzer, die Holzkiste zu bepflanzen. Ob mit Blumen oder Gemüse, ist dem eigenen Geschmack überlassen. Auch sollen die Minigärten bei Rundgängen, die der Natur- und Vogelschutzverein anbieten möchte, besichtigt und sogar fotografiert werden dürfen. Im Herbst können die Kisten entweder zurückgegeben oder für eine weitere Saison übernommen werden.

Bereits haben die Gemeinde, Schule und Kindergarten sowie mehrere Liegenschaftsverwaltungen ihr Einverständnis für die Platzierung der Kleingärten gegeben. Bis am 10. April kann man die Kisten bestellen, ab 5. Mai werden sie ausgeliefert. Am 10. Mai findet die erste Zusammenkunft der Schöftler «urban gardener» statt. Anschliessend können sie sich immer am Monatsmarkt treffen, Tipps holen oder geben, Setzlinge und selbst gezogenes Gemüse tauschen.

Gärtnern mit weniger Schnecken

Erste Ideen für die Bepflanzung gab Dora Steiger. Sie erklärte, wie wenig man braucht, um ein ansprechendes Gärtchen zu gestalten. Die Erde wird mit der Kiste geliefert, danach braucht es nur noch Samen oder Setzlinge, Hacke und Spritzkanne. Die Vorteile des Gartens in der Kiste: Man braucht sich nicht zu bücken und es hat weniger Schnecken.

Viel Vorfreude aufs Gärtnern macht Brigitte Vogel. Die Leiterin des Berufsbildungszentrums Niederlenz schlug vor, Blumen und Gemüse zu mischen und riet zur Vorsicht beim Einsatz von Dünger. «Ein Hämpfelchen auf solch kleinem Raum ist wie eine Lastwagenladung auf einem Kartoffelfeld.»

Dorothee Doswald hofft, dass sich viele Leute von der Idee begeistern lassen und einen Kistengarten aufstellen. Auch soll sich das Projekt weiterentwickeln und – wer weiss – vielleicht doch noch zu einem Gemeinschaftsgarten wachsen.