Schöftland

Im ehemaligen Fehlmann-Areal wohnt es sich gut

Vivienne und Martin Lorenc mit den Söhnen Liam und Kimi im Wohnzimmer. Annika Bütschi

Vivienne und Martin Lorenc mit den Söhnen Liam und Kimi im Wohnzimmer. Annika Bütschi

Früher produzierten fleissige Näherinnen im Fehlmann-Areal «Übergwändli». Heute ist aus dem ehemaligen Industriekomplex ein unkonventionelles Quartier entstanden.

Bekommt Sohn Liam im Winter ein Velo geschenkt, kann er es trotz Schnee sofort ausprobieren. Das Wohnzimmer der Familie Lorenc im ehemaligen Fehlmann Areal ist gross genug – es war früher eine Produktionshalle. Wo heute Kinder spielen und am grossen Tisch basteln und essen, nähten früher viele fleissige Hände Arbeitskleider.

Vivienne und Marin Lorenc leben hier. Ihr Wohnzimmer ist fast vier Meter hoch und Platz gibt es massig. Fallen Familienfeste an, feiert man diese meist bei den Lorencs. 100 Leute passen rein – wenns sein muss. Darum fand auch das Hochzeitfest der beiden gleich im eigenen Wohnzimmer statt.

Neues Leben im verlotterten Areal

Kann man da irgendwann wieder in einer ganz normalen 4-Zimmer-Wohnung leben? «Das haben wir uns auch schon überlegt», sagt Martin Lorenc. Das sei wahrscheinlich schon etwas schwierig. Aber momentan sowieso kein Thema. Denn das Leben der Familie Lorenc spielt sich im Areal ab. Sohn Liam besucht den Kindergarten im ehemaligen Kosthaus der Fehlmann und Martin Lorenc arbeitet im Gebäude über die Strasse. Martin Lorenc führt die Firma Braso Computer AG, die seinem Vater gehört. Seinem Vater gehört auch das Gebäude. Gekauft hat er es nicht aus Sentimentalität, sondern schlicht, weil die Firma mehr Platz brauchte.

Das Wohnpotenzial der alten Industriehallen erkannte Martin Lorenc zwei Jahre später und kaufte dann das Gebäude, indem er heute lebt. Die Familie Lorenc ist glücklich im Areal und sie sind nicht die Einzigen. Schaut man hinter die grauen Fassaden der hohen Gebäude, zeigt sich schnell: Es ist Leben eingekehrt im ehemals verlotterten Areal.

Einmannbetriebe, eine Künstlervermittlung und eine Bügelhexe – es hat Platz für alle. Und manchmal sieht man auch Menschen durchs Areal schlendern, die mit den alten Gemäuern nur noch durch Erinnerungen verbunden sind.

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