Unterkulm

Illegale Bauten auf dem Hof: Hundetrainerin muss nachträglich sieben Baugesuche stellen

Den Weidezelten rechts fehlt noch die Bewilligung.

Den Weidezelten rechts fehlt noch die Bewilligung.

Auf dem Unterkulmer Hof von Selina Gloor stehen sieben Bauten, die ohne Genehmigung errichtet wurden. Muss sie diese entfernen?

Sieben Bauten umfasst das Baugesuch, das derzeit in Unterkulm aufliegt. Die Baukosten gibt Grundstücksbesitzerin und Hundetrainerin Selina Gloor in den Unterlagen mit insgesamt 2000 Franken an. Ihr Hof liegt in der Landwirtschaftszone.

Wer auf einem Hof wohnt, werkelt viel. Der Zaun muss ausgebessert, der Stall den aktuellen Normen angepasst, die Zufahrt sicherer gemacht werden. Sobald es aber vom Basteln ins Bauen übergeht, ist Vorsicht geboten.

Ausserhalb der Bauzone ist für Bauten eine kantonale Zustimmung notwendig. Bewilligungen in der Landwirtschaftszone können nur ausgesprochen werden, wenn im Gesetz vorgesehene Voraussetzungen erfüllt wurden. Bauten, das sind auch ein Pferdeunterstand, ein Hundezwinger oder ein Weidezelt. Unter anderem diese drei Konstruktionen muss Hundetrainerin Selina Gloor aus Unterkulm nachträgliche bewilligen lassen.

Zwei zu bewilligende Bauten hatte schon Vorgänger

Als Selina Gloor das Grundstück kaufte, waren zwei davon bereits erstellt: Den Strohunterstand für Pferde (neu wurde nur das Dach gemacht) und den Parkplatz habe sie von ihrem Vorgänger übernommen, wie in den Unterlagen steht.

Neu erstellt wurde etwa der Hundezwinger. Er steht schon 13 Jahre, anscheinend ohne dass die Eigentümerin von offizieller Stelle her auf ihre Pflicht aufmerksam gemacht wurde, ein Baugesuch einzureichen. Eine Hundetrainerin braucht den Zwinger für ihre Arbeit und nimmt oft Hunde als Feriengäste auf.

Etwa, so schreibt Gloor im Gesuch, wenn jemand ins Spital muss oder sonst keinen Ferienplatz findet. Oder wenn es sich um alte Hunde handelt, deren Herrchen für sie sonst keinen Ferienplatz finden. Seien die Hunde nicht bei ihr im Haus, so hielten sie sich im Zwinger auf, damit sie nicht in die Ausläufe der Pferde gelangten.

In anderem Fall gab es kein Pardon

Pferde hält die Gesuchsstellerin mehrere. Um ihnen einen besseren Auslauf zu ermöglichen, haben sie und ihr Nachbar ihre Ställe verbunden. Dazu hat Gloor Verbindungswege erstellt, die sie auch nachträglich bewilligen lassen muss. Durch die Verbindung hätten die Pferde einen Aktivstall und auch eine Weide und seien so viel ausgeglichener. Sind die Pferde bei Regen draussen, stehen sie bei zwei Weidezelten unter. Auch diese müssen bewilligt werden.

Im Fall des Gontenschwiler Hofs «Steinig» wurde der Rückbau von Pferdeanlagen wie Holzschnitzelplatz und gekieste Abstellplätze. Denn: Die Behörden erkannten den Hof nicht als Landwirtschaftsbetrieb an, weil sie nicht der Meinung waren, dass die Eigentümerin eine landwirtschaftliche Tätigkeit ausübte.

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