Leert uns die Kaffeemaschine duftende schwarze Brühe in die Tasse, so tut sie das auch dank der Schmiedrueder Adrian Michel AG. Denn in der Maschine sind um die 200 kleine Metallteilchen eingebaut, die einst aus einem dünnen Metallband ausgestanzt wurden. Ein paar davon wurden zuhinterst im Ruedertal bei der Adrian Michel AG gefertigt, die unter anderem auf Stanzteile, Baugruppen und Werkzeugbau für die Medizinal-, Uhren- und Maschinenindustrie spezialisiert ist.

Am Montagnachmittag schienen die exemplarisch in einer Werkstatt ausgestellten Metallplättchen, -Röllchen und -Gitterchen besonders glänzend poliert. Ob es am angekündigten Besuch von Landammann Urs Hofmann lag?

Wirtschaftsstandort Ruedertal

Nach der Erowa AG und der Emaform AG ist Adrian Michel bereits das dritte Unternehmen in der Region, das der Regierungsrat in seinem Präsidialjahr besucht. Mit dem langfristigen Ziel, den Wirtschaftsstandort Aargau zu fördern, besucht der Volkswirtschaftsvorsteher eine Handvoll Unternehmen, damit zwischen Staat und Privatwirtschaft gute Beziehungen geknüpft werden können. «Die Adrian Michel AG ist ein wichtiger und innovativer Arbeitgeber», liess sich sein Departement im Vorfeld zur Motivation für des Besuchs zitieren.

In kurzer Zeit zwei neue Sitze

95 Mitarbeitende, so Firmenmitinhaber Per Holmberg, hat die Adrian Michel AG an ihren Standorten Schmiedrued/Walde, Rümligen BL (seit 2015) und Grellingen BL (seit 2016). Der Schwede (und Wahlschweizer) Holmberg hatte die Firma 2014 mit seinem Landsmann und Geschäftspartner Francesco Franzé erworben und hernach die beiden Baselbieter Firmen dazu gekauft. 65 Personen arbeiten am Hauptsitz in Walde.

Wie viele Angestellte des Schmiedrueder Betriebs denn aus der näheren Umgebung stammten, wollte Hofmann wissen. Ruedertaler gebe es nur wenige in der Belegschaft, sagte Verkaufs- und Marketingchef Hans Rudolf Würgler. Die meisten Mitarbeiter würden nach Walde pendeln. Viele aus dem Wynental, manche auch von weiter wie dem Kanton Solothurn. Dies liege an den hohen heutigen Anforderungen im Werkzeugbau: komplexe Maschinen mit Computertechnologie.

Adrian Michel hat in den letzten Jahren dank dem «Swissness»-Gesetz (60% der Herstellungskosten müssen in der Schweiz anfallen) neue Kunden aus der Uhrenindustrie gewonnen. Hinter dem Erfolg stecken sehr hohe Qualitätsansprüche: Ihre Teile werden auf den 1000stel-Millimeter genau gefertigt, die Lieferwege sind kurz, da die Abnehmer Sitz in der Schweiz oder der deutschen Grenzregion haben.