Weil sie als Zeugin in einem verzwickten Verfahren um Ehrverletzung ihre Informationsquelle nicht aufdecken wollte, kassiert SVP-Grossrätin Karin Bertschi eine deftige Strafe. Insgesamt kostete sie das 5110 Franken. Hinzu kommt ein Eintrag ins Strafregister.

Sie habe einen Fehler gemacht und trage nun die Konsequenzen, beteuert die 26-jährige Unternehmerin gegenüber der Aargauer Zeitung. «Ich war mir nicht bewusst, dass ich die Aussage hätte verweigern können», gibt sie in der Sendung «Fokus» auf Tele M1 zu verstehen (s. Videobeitrag unten).

Der Strafbefehl flatterte der Wynentalerin bereits im vergangenen Herbst ins Haus, kurz vor den Wahlen. Dennoch behielt sie die Geschichte für sich. Der Strafbefehl sei für sie persönlich schlimm, so Bertschi. «Ich muss das mit meinem Gewissen vereinbaren.» Damals sei sie jedoch nicht davon ausgegangen, dass die Sache von allgemeinem Interesse für ihre Wähler sein könnte.

Mit dem Aargauer SVP-Fraktionspräsident kam es zur Aussprache: Das sagt Jean-Pierre Gallati zum Fall Bertschi.

Mit dem Aargauer SVP-Fraktionspräsident kam es zur Aussprache: Das sagt Jean-Pierre Gallati zum Fall Bertschi.

Kein bleibender Image-Schaden

Aus politischer Sicht sei das «kein Drama», findet SVP-Fraktionspräsident Jean-Pierre Gallati. Karin Bertschi habe sich als junge Frau in einem Loyalitätskonflikt befunden. Ein Justizdelikt sei zwar durchaus ernst zu nehmen. Bertschi habe aber ihren Fehler eingesehen. 

Politexperte Hans-Peter Widmer erwartet keine bleibenden Kratzer am Image der SVP-Vorzeige-Grossrtäin. «Wäre es vor den Wahlen ausgekommen, hätte es dem Resultat geschadet», so Widmer gegenüber Tele M1.

Bertschi selbst denkt nicht, dass diese Episode Auswirkungen auf ihre politische Arbeit haben wird. Es sei zwar persönlich eine prägende Erfahrung gewesen. Aber, so die SVP-Grossrätin: «Ich muss das mit mir selbst vereinbaren und damit klar kommen.» (cze)