Oberkulm

«Hü Hott!»: Mit zwei PS im Wald arbeiten ist nicht von gestern

IG will Pferde wieder als Arbeitstiere einsetzen

IG will Pferde wieder als Arbeitstiere einsetzen

Noch vor ein paar Jahrzehnten waren die Pferde von den Feldern nicht wegzudenken. Heute haben moderne Maschinen deren Arbeit übernommen. Eine Interessengemeinschaft will nun die Pferde wieder als Arbeitstiere einführen.

Eine Interessengruppe hat sich zum Ziel gesetzt, die Arbeit mit Pferden zu fördern. Zum Beispiel im Wald. Denn dort könne oft nicht nur umweltschonender, sondern unter Umständen mit zwei statt 200 PS auch effizienter gearbeitet werden.

Back to the Roots – zurück zu den Wurzeln: Die Interessengesellschaft Arbeitspferd hat sich vorgenommen, das Ross als Arbeitstier zurück auf Feld und Wald zu bringen. Und zwar keineswegs aus purer Nostalgie, sondern durchaus aus arbeitsökonomischen Überlegungen. Denn das Pferd hinterlasse zum Beispiel bei der Arbeit im Wald im Gegensatz zu grossen Maschinen – gerade auf feuchtem Boden – weit weniger Landschäden. «So haben wir bessere Chancen, dass der Jungwuchs überlebt.», sagt Ernst Rytz von der IG Arbeitspferd gegenüber «TeleM1».

Ernst Rytz von der IG Arbeitspferd: Seinen Traktor hat er noch nie gestreichelt - doch dem Pferd sagt er nach getan Arbeit Danke.

Ernst Rytz von der IG Arbeitspferd: Seinen Traktor hat er noch nie gestreichelt - doch dem Pferd sagt er nach getan Arbeit Danke.

Er und weitere Instruktoren führten in Oberkulm einen Schulungs-Kurs zur Arbeit mit dem Pferd durch. Gelehrt wird der korrekte Abtransport von Holz. Für den Arbeitseinsatz eignen sich besonders die ruhigeren, sanftmütigen Freiberger-Pferde. 

Besonders für kürzere Distanzen und auf feuchten Boden haben Pferde gegenüber schweren Maschinen einen Vorteil.

Besonders für kürzere Distanzen und auf feuchten Boden haben Pferde gegenüber schweren Maschinen einen Vorteil.

«Es gibt immer mehr Förster, welche das Pferd als Ergänzung zu den herkömmlichen Maschinen einsetzen», sagt Urs Wunderlin, seines Zeichens Förster in Oberkulm. Natürlich könne das Pferd nicht alle Stämme transportieren, aber für ein gewisses Holz-Sortiment und gerade auf kürzeren Strecken mache ein Einsatz Sinn.

Förster-Lehrling Yannick Hug macht die Arbeit mit dem Pferd Spass.

Förster-Lehrling Yannick Hug macht die Arbeit mit dem Pferd Spass.

Die Pferde sind aber nicht nur zum Erledigen der Arbeit eine Bereicherung, sondern geben den Arbeitern auch sonst noch etwas: «Ich habe noch nie am Feierabend meinen Traktor gestreichelt. Doch dem Pferd jedoch sage ich Danke.», so Ernst Rytz. (rhe)

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