Bobby Zaugg war wohl einer der berühmtesten Akkordeonspieler der Schweiz. Er war Ressortchef für Volksmusik beim Schweizer Radio, Komponist und ein guter Freund von Peter Frey. Heuer wäre er 100 Jahre alt geworden. Deshalb widmete ihm das Regionale Akkordeonorchester Peter Frey Reinach ein ganzes Konzert.

Die Freundschaft von Peter Frey und Bobby Zaugg führte dazu, dass Zaugg für Freys Orchester mehrere Stücke komponierte. So beispielsweise die Ouvertüre «Artistenblut», welche das Orchester, damals noch unter dem Namen Akkordeonorchester Gontenschwil, im Radiostudio Zürich aufnahm. Diese Komposition und viele weitere aus der Feder von Bobby Zaugg spielte das Regionale Akkordeonorchester am Samstag im Reinacher Saalbau.

Bravo-Rufe aus dem Publikum

Die Konzertbesucher waren begeistert und bedachten jeden Vortrag mit frenetischem Applaus und sogar Bravo-Rufen. Unter der Leitung von Peter Frey, der ohne Noten dirigierte, spielte das Orchester 1 neben «Artistenblut» auch den Fanfaren- und den Hunter-Marsch sowie den Konzertwalzer «Brief aus Wien».

Zaugg, der mehrere Jahre in Venezuela gelebt hatte, war von den südamerikanischen Rhythmen fasziniert. Die «Südamerikanische Suite» und «Südliches Feuer», ein Paso Doble, zeugten davon. Auch das Orchester Sorpresa unter der Leitung von Sven Bachmann hatte sich für dieses Jahr Zauggs Kompositionen verschrieben und spielte die Schnellpolka «Böhmisches Fest» und den Walzer «Sorgenfrei». «‹Sorgenfrei› ist typisch für Bobby Zaugg, denn er war auch ein Lebemann», sagte Raphael Frey, der durch da Programm führte.

«Rapperswiler Sonntag» und «Lolo» trugen Andrea Stocker und Ursula Cimino-Bieri als Duo vor. Die Konzertbesucher staunten über die unwahrscheinlich flinken Finger, das genaue Spiel und die Virtuosität der beiden Musikerinnen.

Junge Spieler werden gefördert

In Reinach wird auch der Akkordeonnachwuchs gefördert. Peter Frey dirigierte das Schülerorchester nicht nur selbst, er hatte traditionsgemäss für seine Schützlinge auch ein Stück komponiert. Sabine Bachmann-Frey leitete den Auftritt des Jugendorchesters, das für «I Got Swing» von einem Ensemble aus Musikschülern mit Klarinetten und Saxofons unterstützt wurde.