Farbig dekorierte Bühne und Bar, aufwendig verkleidete Guggenmusiken und Besucher, die blinkende Fingerringe schwenken: In der Holziker Turnhalle ging es am Samstagabend bunt zu und her. Es wurde ausgelassen getanzt. Wer es lieber etwas ruhiger mochte, setzte sich an einen der Tische und schaute von dort dem munteren Treiben zu.

Das Programm der diesjährigen Powernight dauerte von 18 Uhr bis
2 Uhr morgens. Zwischen den Liveauftritten von zehn Guggenmusiken wurde Musik gespielt, was Disco-Stimmung aufkommen liess. Auch für Verpflegung war gesorgt. Und für die Nachbarschaft gab es ein extra Programm: Der Anlass begann mit einem Monster-Konzert unter freiem Himmel, zu dem die Anwohner eingeladen worden waren.

Der Reiz des Unperfekten

Weil es Spass macht, man Freunde trifft und Leute unterhalten kann: Aus diesen Gründen macht Michael Rieder (23) bei den «Riesling-Schränzer» aus dem luzernischen Eschenbach mit. Von Guggenmusiken begeistert ist auch Gabriela Wellenberg aus Hirschthal: Es sei toll, dass jeder mitmachen könne, auch ohne Noten lesen zu können. Die Musik müsse in einer Gugge nicht perfekt sein. Sie selber habe in einer Guggenmusik gelernt Trompete spielen und war nicht weniger als 17 Jahre mit dabei

Am Samstagabend stand Gabriela Wellenberg aber im Publikum, und zwar mit ihrer vierjährigen Tochter Saisa. Beide jubelten – das Mädchen gut geschützt mir orangen Ohrenschützern – dem Papi zu, der mit der Guggemusig auf der Bühne seinen grossen Auftritt hatte.

Party lockte wenig Fasnächtler an

Die Powernight fand zum siebten Mal in Holziken statt. Eine Tatsache, die der 27-jährige Philip Hunziker, Vizepräsident der Aarauer «Wyberg-Schränzer», etwas bedauert. Denn der Verein möchte mit der Powernight wieder näher an die Stadt Aarau heran – dorthin, wo auch die Anbindung an den öffentlichen Verkehr viel besser ist. Denn es sei in der Gemeinde Holziken generell sehr schwierig, genügend begeisterte Fasnächtler anzulocken: «Jetzt ist gerade überall Fasnachtssaison. Und der Kanton Aargau hat keine lange Fasnachtstradition wie andere Kantone.»

Das Publikum der diesjährigen Powernight bestand denn auch mehrheitlich aus Verwandten, Freunden und Kollegen sowie Mitgliedern der anderen Guggen, Ehemaligen und Besuchern aus dem Dorf. «Ich finde es schade, dass ein solch grosser Anlass nicht mehr Beachtung findet.», fügte Philip Hunziker hinzu.