In diesem Haus kann man alt werden. Die Doppelvilla, die dereinst die Villa Breitenegg ersetzen wird, wurde den Kölliker Ortsbürgern anlässlich ihrer Gemeindeversammlung vom Freitagabend vorgestellt. Etwas bescheidener beschreibt Architektin Kathrin Simmen ihren Entwurf für das viergeschossige Haus mit 30 altersgerechten Mietwohnungen mit 2½, 3½ und 4½ Zimmern: «Es sind zwei Gebäudekörper, die ineinandergesteckt sind.»

Simmen ist die Siegerin des Projektwettbewerbs, initiiert durch die Ortsbürger, an dem sechs Architekturbüros teilnahmen. Wichtigste Vorgaben: Der Bau sollte aus Holz sein und aus 30 Wohnungen bestehen.

Wohl kein «Burglind»-Holz

«Als Ortsbürger sind wir selber Waldbesitzer und möchten die Holzverarbeitung fördern. Ausserdem sind Holzbauten einfach schön anzusehen,» sagte Markus Matter am Freitag. Er war als einer von drei Ortsbürgern in der Jury vertreten gewesen, den Rest der sieben Juroren vier Baufachleute gebildet. Ob auch Holz vom Kölliker Wald verarbeitet werden kann, ist noch nicht sicher. Bei Baustart müsste dazu das geeignete Holz (schon genug getrocknet) vorhanden sein. Könnte man den Holzüberschuss an «Burglind»-Holz dadurch etwas abbauen? «Fallholz ist meist nicht geeignet als Konstruktionsholz, da es zu viele Schäden aufweist», sagte Architekt Hans Hohl, ebenfalls Jurymitglied.

Die Holz-Villa wird für die Kölliker deutlich sichtbarer sein als die heutige «Breitenegg». Die ehemalige Herrschaftsvilla der Industriellenfamilie Matter, die seit 2008 den Ortsbürgern gehört, ist heute hinter einer Mauer und dichten Bäumen versteckt. Der Baumbestand wird erhalten bleiben, die Mauer weicht aber einem Zaun und der Park wird zum öffentlichen Begegnungsort. Nur zum Bahnhof hin wird weiterhin eine Mauer stehen.

Vorgaben herausfordernd

Für die Architekten sei es zugegebenermassen eine Herausforderung gewesen, auf der gegebenen Fläche 30 Wohnungen unterzubringen und auch noch ansehnlich in den Park zu integrieren, sagte Markus Matter. Simmen sei das am besten gelungen. «Bei Kathrin Simmens Projekt reagiert das Gebäude ideal auf den Park und den nahen Bahnhof», sagte ein dritter Juror, Architekt George Pfiffner.

Der Bau solle weiterhin an die Villa Breitenegg erinnern, so Simmen, etwa durch die Gestaltung der Geländer und der verspielten Dachform. Und wie muss man sich die Wohnungen vorstellen? «Die Leute sollen in diesen Wohnungen älter werden können, ohne Veränderungen machen zu müssen», sagte Simmen. Sie sollten, wenn nötig, auch mit einem Rollator durch die Wohnung gehen können. Die Toiletten befinden sich gleich neben den Schlafzimmern. Die einzeilige Küche macht es dank dem Nebeneinander von Arbeitsflächen möglich, sich stets irgendwo festzuhalten, während man zwischen Herd, Kühlschrank und Schneidfläche hin- und her wechselt.

In altersgerechte Wohnungen soll man nicht erst im hohen Alter einziehen müssen. Die Idee ist, in ein Zuhause zu ziehen, das man nicht mit 85 Jahren verlassen muss, weil plötzlich die Türschwelle zu hoch oder die Treppe zu gefährlich ist. «Diejenigen, die sich noch fit fühlen, können einen der zusätzlichen Räume mieten, die im Haus verteilt sind», sagt Simmen. Etwa, um der Leidenschaft fürs Malen oder Modelleisenbahnen nachzugehen. Diese Räume seien jederzeit kündbar. Über den Zeitablauf der Bauphasen wird zu einem späteren Zeitpunkt informiert.