Suhrental
Hochwasserschutz: 35 Grossräte kritisieren Projekt

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Hochwasser an der Suhre im 2015, bei Hirschthal.

Hochwasser an der Suhre im 2015, bei Hirschthal.

Mit dem Projekt «Hochwasserschutz Suhrental Suhre» will der Kanton künftig Überschwemmungen eindämmen. Bereits im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens, das am 22. Dezember 2017 endete, gab es Kritik am 23-Millionen-Vorhaben wegen des hohen Verlusts an Fruchtfolgeflächen (ackerfähiges Landwirtschaftsland). Nun gelangen drei Grossräte mit einer Interpellation an den Regierungsrat, die unter anderem eine «mögliche Salamitaktik in Bezug auf die Reduktion von Fruchtfolgeflächen» untersuchen will. Verfasser des Vorstosses sind Christian Glur, Murgenthal, (SVP), Alois Huber, Möriken, (SVP) und Ralf Bucher, Mühlau (CVP). 32 Ratskollegen haben mitunterzeichnet.

Drei Projekte oder ein ganzes?

Im Zentrum der Kritik ist dasselbe Thema, das bereits Parteien und Verbände während des Vernehmlassungsverfahrens rügten. Dass in diesem ersten Teil vom «Hochwasserschutzprojekt Suhrental Suhre» von nur einem Verlust von 4,9 Hektar Fruchtfolgeflächen die Rede ist. Weil eine Fläche von 3 Hektar überschritten wird, muss hierfür der Richtplan angepasst werden. Dem Hochwasserschutz werden aber später noch weitere Fruchtfolgeflächen zum Opfer fallen: 2,5 Hektar für die Revitalisierung eines Suhre-Abschnitts sowie 2 Hektar für die Meliorationen in Staffelbach, Attelwil, Moosleerau und Reitnau.

«Alles hängt voneinander ab»

Die Interpellanten vermuten, dass der Kanton den Verlust an Kulturland durch diese Stückelung im besseren Licht darstellen will. Sie schreiben: «Beabsichtigt der Regierungsrat hier etwa eine Salamitaktik zu betreiben, um nicht auf einen Schlag 9,4 Hektar Fruchtfolgeflächen-Reduktion beantragen zu müssen?» Die Grossräte wollen nun wissen, warum die drei Teilprojekte nicht als ganzes Projekt vorgelegt werden, «wo doch alles voneinander abhängt».

Mit einer weiteren Frage wollen die Interpellanten eine Alternative abklären: Falls aus den drei Teilprojekten kein ganzes gemacht werden kann, müssten dann nicht mindestens die beiden Folgeprojekte zusammengenommen werden? Zusammen führen sie zu einem Flächenverlust von 4,5 Hektar Fruchtfolgefläche, was ebenfalls eine Richtplanänderung zur Folge hätte. Der Baustart des Hochwasserbeckens ist auf 2020 geplant. (fdu)