Wegen Corona

Historische Vereinigung probiert den digitalen Weg – bleibt aber auch analog präsent

Das letzte Strohdachhaus in der Gemeinde Schmiedrued, abgebrochen 1962 (Aufnahme von 1955/1960).

Das letzte Strohdachhaus in der Gemeinde Schmiedrued, abgebrochen 1962 (Aufnahme von 1955/1960).

Die diesjährigen Vorträge zum Thema «Leben und Arbeiten» sollen nicht ausfallen. So kann jetzt der Vortrag von Ursula Maurer über das Ruedertal um 1850 nicht nur vor Ort, sondern auch vom heimischen Sofa aus verfolgt werden.

Marco Arni, der Sekretär der Historischen Vereinigung Zofingen (HVZ), wandte sich vor zwei Wochen in einem E-Mail an die Mitglieder. Er wollte wissen, ob sie sich vorstellen könnten, den Vorträgen der Vereinigung auch zu Hause, vom Sofa aus, zu lauschen. Mehr als 20 Zuhörer dürfen laut Coronaregeln nicht gleichzeitig im Zofinger Museum sein. Ausserdem besteht die Gefahr, dass mit verschärften Coronamassnahmen Präsenzveranstaltungen nicht mehr möglich sein werden.

Sollen die diesjährigen Vorträge zum Thema «Leben und Arbeiten» nicht ausfallen, braucht die Vereinigung also eine Alternative in der Hinterhand – und dies könnte ein Livestream ins Wohnzimmer sein. «Die Umfrage hat ergeben, dass mehrheitlich nach wie vor eine Veranstaltung vor Ort bevorzugt wird», sagt Marco Arni. Deshalb werde diese Möglichkeit so lange wie möglich auch weiterhin angeboten. Die Umfrage zeigte aber auch, dass es für einen Livestream durchaus Interessenten gibt.

Auf beiden Kanälen verfügbar

Den nächsten Vortrag am 27. November von Ursula Maurer bietet die HVZ nun das erste Mal sowohl analog als auch digital an. Die freiberufliche Historikerin Ursula Maurer hat die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Ruedertals Mitte des vorletzten Jahrhunderts erforscht und dazu ein Buch verfasst, das im vergangenen Jahr erschienen ist.

Die Menschen im Ruedertal lebten um 1850 schon in normalen Jahren am Rande der Armut. Kamen jedoch Arbeitslosigkeit, Krankheit, Missernten oder politische Unruhen dazu, wurde es für viele prekär. Die jämmerlichen Löhne, die die Arbeiter damals verdienten, trugen das Ihre zur Situation bei: Das Ruedertal war ein Hungerland.

Für den Vortrag von Ursula Maurer ist eine Anmeldung an marco.arni@mcw.ch erforderlich – sowohl für die analoge als auch für die digitale Version. Für die digitale Version wird ein Unkostenbeitrag von 15 Franken erhoben, für den analogen Vortrag kann ein freiwilliger Beitrag bezahlt werden. Wer sich für die digitale Version anmeldet, erhält rund einen Tag vor dem Referat einen Link, über den das Referat direkt verfolgt werden kann. Ausser einer Internetverbindung sind keine technischen Voraussetzungen nötig.

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