Rund 900 Menschen beschäftigt die Pfiffner Group weltweit. An ihrem Hauptsitz in Hirschthal arbeiten rund 220 Leute.
Hier wird ein Metallblock unter Hochdruck in kleine Teile zerschnitten. Da sorgt ein Riesenofen dafür, dass die Feuchtigkeit aus einem anderen Teil verdunstet. Und in einem Raum, so gross wie eine Turnhalle, werden Blitze simuliert, um zu sehen, ob die Messwandler, Transformatoren und Hochspannungsprüfsysteme den enormen Mengen an Elektrizität standhalten.
Das alles findet in den Produktionshallen der Pfiffner Messwandler AG in Hirschthal statt. Seit mehr als 90 Jahren hat die Firma ihren Standort in der Suhrentaler Gemeinde. Sie ist eigenen Angaben zufolge der führende Anbieter von Technologielösungen im Bereich Energieversorgung, Industrie und Schienenverkehr. «Viele weltbekannte Zughersteller gehören zu unserer Kundschaft», sagt Fritz Hunziker, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Pfiffner Group, zu Regierungsrat Dieter Egli.
Der ist gemeinsam mit Markus Rudin (Leiter Amt für Migration und Integration) und Verena Rohrer (Leiterin Aargau Services Standortförderung) im Rahmen einer Unternehmensbesichtigung nach Hirschthal gereist. «Wir versuchen, die Nähe zu den Unternehmen immer zu halten», sagt er. Das sei eine der grössten Stärken des Firmenstandorts Schweiz. In Deutschland sei es Egli zufolge schon schwierig, «ins Vorzimmer eines Ministers» zu kommen. «Mich kann man jederzeit anrufen. Ich nehme fast immer ab», sagt Egli lachend.
Hinter ihm hängt ein grosses Ölgemälde in einem prunkvollen, goldigen Rahmen. Abgebildet ist Emil Pfiffner. Er kaufte 1927 die Fabrikliegenschaft in Hirschthal. In den ersten Jahren entwickelte und produzierte er mit rund 12 Mitarbeitern verschiedene elektrotechnische Geräte. Zehn Jahre später kam Fritz Hunziker – Vater des heutigen Verwaltungsrates – als erster Lehrling ins Unternehmen. Wiederum zehn Jahre später wurde er Betriebsleiter.
Heute beschäftigt das Unternehmen 15 bis 20 Lehrlinge in sechs verschieden Berufen in Hirschthal. Insgesamt 220 Mitarbeitende aus 25 verschiedenen Nationalitäten arbeiten hier am Hauptstandort. Weltweit beschäftigt die Pfiffner Group rund 900 Menschen. In den vergangenen Jahren ist die Pfiffner Messwandler AG zudem zu einer Unternehmensgruppe angewachsen. Die beinhaltet fünf Marken und agiert an acht Produktionsstandorten, etwa in Brasilien, Indien und der Türkei. Hergestellt werden Produkte für das elektrische Netz.
Neben der laufenden Produktion werden aber auch immer wieder Neuheiten entwickelt. Dafür arbeitet man eng mit Hochschulen zusammen. Die nächsten Produkte sollen bereits Ende Jahr auf den Markt kommen. «Unser Ziel ist, unsere Innovation in die Welt hinaus zu tragen», sagt CEO Jörg Steimer. Unter anderem sind Batteriespeichersysteme für Elektrobusse und neue Messwandler in Planung. Dafür will man die Produktion ausbauen – und setzt dabei auf den Standort Hirschthal.