Kantonaler Richtplan

Hirschthal hat erfolgreich lobbyiert: Regierungsrat unterstützt «Neumatte»-Einzonung

Das Landstück neben der Suhrentalstrasse (vorne) soll in Gewerbegebiet umgezont werden.

Das Landstück neben der Suhrentalstrasse (vorne) soll in Gewerbegebiet umgezont werden.

Nach der Vernehmlassung wurde Kritik laut. Nun findet der Regierungsrat, die umstrittene «Neumatte»-Einzonung sei vertretbar. Sie ermöglicht die Schaffung von 100 Arbeitsplätzen.

Die Ausgangslage schien vergleichsweise einfach zu sein: In Hirschthal möchten drei ortsansässige KMU expandieren und in den nächsten Jahren rund 100 Arbeitsplätze schaffen. Weil die Gemeinde über kein Land in der Gewerbezone mehr verfügt, ­visierte man die Einzonung von 2,48 Hektaren Land zwischen der Suhre und der Suhrentalstrasse an. Auf Gemeindeebene gab es dagegen keinen Widerstand. Aber auf Kantonsebene drohte Ungemach: Die Neumatte befindet sich im Siedlungstrenngürtel zwischen Hirschthal und Holziken. Damit sie dereinst überbaut werden kann, ist eine Anpassung des kantonalen Richtplans nötig – ein Entscheid des Grossen Rates.

Im Rahmen der Vernehmlassung, die Anfang März zu Ende ging, wurde viel Kritik laut. So viel Kritik, dass ein Schiffbruch im kantonalen Parlament drohte und der Gemeinderat Hirschthal vom Kanton unmissverständlich aufgefordert wurde, nochmals über die Bücher zu gehen. Die Hirschthaler profitierten davon, dass seit der Ausarbeitung der Richtplanvorlage einiges gegangen ist: Sie hatten im Rahmen der Revision der kommunalen Bau- und Nutzungsplanung (BNO) eine zusätzliche Kompensation (Auszonung) von etwa einer halben Hektare gefunden. Der Gemeinderat hat zudem seine Argumentation nochmals verfeinert und skeptischen Parteien vor Ort die Sache erklärt.

Der Regierungsrat verabschiedete jetzt die Botschaft zuhanden des Grossen Rates. Und er findet – nach der negativ ausgefallenen Vernehmlassung eher überraschend – die Richtplan-Anpassung «raumplanerisch vertretbar». Das Parlament soll ihr spätestens im September zustimmen.

Der Gemeinderat ist entschlossen, die BNO-Revision Anfang Dezember der Gemeindeversammlung zu unterbreiten. Es braucht vorher allerdings noch eine zweite Auflage wegen einiger kleiner Anpassungen.

Und was ist mit der angedrohten Beschwerde der Stiftung Landschaftschutz Schweiz (SLS)? Da sind die Juristen am Hirnen, ob eine solche überhaupt noch eingereicht werden kann.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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