Hirschthal
Gemeindeammann wechselt nach 24 Jahren: Übernimmt bald eine Frau?

Irene Bärtschi, seit vier Jahren Gemeinderätin in Hirschthal, stellt sich als einzige der vier verbliebenen Gemeinderäte für die Wahl als Ammann zur Verfügung. Zuletzt sorgte sie für ein neues Kapitel im Regionalen Sozialdienst, das eine turbulente Zeit hinter sich hatte.

Daniel Vizentini
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Wird eine Frau Hirschthal in die Zukunft führen?

Wird eine Frau Hirschthal in die Zukunft führen?

Bild: Britta Gut

Für die Hirschthaler Dorfpolitik dürfte 2022 eine neue Ära beginnen. Nachdem Peter Stadler nach 28 Jahren als Gemeinderat, 24 davon als Gemeindeammann, bekannt gab, diesen Herbst nicht zur Wiederwahl anzutreten, werden die Karten im Gemeinderat neu gemischt.

Die anderen vier bisherigen Gemeinderäte treten wieder an – und zwar «im Hinblick auf eine geordnete Nachfolgeplanung», wie die Gemeinde in einer Mitteilung bekannt gab. Neu steht aber fest, dass Gemeinderätin Irene Bärtschi sich als Ammann-Kandidatin zur Verfügung stellt und nicht etwa Vizeammann Jost Waldispühl

Sie engagierte sich für die Reform des Sozialdiensts

Irene Bärtschi (45) arbeitet in der Notfallpflege des Kantonsspitals.

Irene Bärtschi (45) arbeitet in der Notfallpflege des Kantonsspitals.

Bild: zvg

Irene Bärtschi wurde vor vier Jahren in den Gemeinderat gewählt. Die Expertin Notfallpflege im Kantonsspital Aarau war seitdem zuständig für die Ressorts Gesundheit, Kindes- und Erwachsenenschutz, Jugend-, Familien- und Altersfürsorge sowie Asyl und Sozialhilfe. Sie vertritt Hirschthal in der Spitex Suhrental Plus, der Mütter- und Väterberatung Region Aarau und im Altersheim Muhen.

Als Vorstandspräsidentin des Regionalen Sozialdienstes (RSD, ehemals RSDK) setzte sie sich für eine grundlegende Neuentwicklung und eine Verbesserung der dortigen Arbeitsbedingungen ein.

Die 45-Jährige will nun das Amt vom 72-jährigen Gemeindeammann Peter Stadler beerben und dabei «seine erfolgreiche Führung der Gemeinde» erst einmal weiter betreiben, wie sie sagt.

«Ein harmonierendes Gremium und eine gute Zusammenarbeit mit der Bevölkerung sind mir wichtig. Meine Familie steht hinter meiner Kandidatur.»

Einsetzen will sie sich für einen weiterhin attraktiven Wirtschaftsstandort samt Arbeitsplätzen, erschwinglichen, guten Wohnraum und Begegnungsplätze für eine engagierte Dorfgemeinschaft, die zusammenhält.

«In den letzten vier Jahren konnte ich vieles mitgestalten in der Gemeinde.»

Dabei lag ihr stets viel daran, fürs Dorf das Beste herauszuholen. Vor vier Jahren als Parteilose angetreten, ist Irene Bärtschi inzwischen Mitglied der EVP. «Mir ist der Glaube wichtig. Die Werte, die die EVP vertritt, entsprechen mir.»

Mindestens eine Kandidatur fehlt noch

Peter Stadler gehört der FDP an, so wie auch Gemeinderat Markus Goldenberger, der sich zur Wiederwahl stellt. Die anderen Gemeinderäte Uwe Essinger (früher SP) und Jost Waldispühl sind parteilos. Letzterer ist 55 Jahre alt, seit 2013 Gemeinderat und seit 2017 Vizeammann. Diese Ämter möchte er gerne beibehalten.

Wer den fünften Gemeinderatsposten erobern will, ist noch unklar. Anmeldungen sind bisher keine eingegangen. Der erste Wahlgang der Gesamterneuerungswahlen ist auf den 26. September angesetzt.