«Hilferuf», steht in grossen Lettern auf dem Flugblatt des Natur- und Vogelschutzvereins (NVV) Rued. Was ist passiert? Die Mitgliederzahlen seien im letzten Jahrzehnt extrem gesunken, ist da zu lesen: «Die Beteiligung ist fast auf dem Nullpunkt.»

Das gilt auch für die Resonanz, die den Veranstaltungen zuteilwird. So hat der Verein letztes Jahr zweimal zur Besichtigung des Paul-Scherrer-Instituts mit anschliessender Wanderung in den Rebbergen und Wäldern in Villigen eingeladen. Drei Personen aus dem Ruedertal seien mitgekommen: «Zwei aus dem Vorstand und eine Ehefrau.»

Vielfältig aktiv

Für Präsident Stephan Marti (64) ist klar: «Wir müssen die Leute aufrütteln.» Und er gibt sich optimistisch, dass der Verein aufrechterhalten werden kann, zumal er auf Aktivitäten zurückblickt, die Freude machten. «In der Schule übers Kompostieren erzählen, das machte auch den Kindern Spass.» Oder die Besichtigung von Kleinwasserkraftwerken, das Bräteln beim Waldhaus, die Teilnahme an der Aktion «Genuss zu Fuss».

Neuausrichtung?

«Nach 85 Jahren braucht es frisches, junges Blut», schreibt Marti in seinem Hilferuf. Neue Ideen seien gesucht. Allein Meisennistkästen bauen könne es nicht sein: «Meisen fressen Insektenlarven, die wir dringend brauchen.» Stichwort Insektensterben. «Vielleicht Bienenhotels bauen?», meint Stephan Marti, der Ökonom mit ökologischer Ader.

Der Verein sucht neue Mitglieder, auch Jugendliche, denen die Umwelt, eine lebenswerte Zukunft ein Anliegen ist. In diese Richtung soll sich auch der Verein entwickeln: «Seit Jahrzehnten schreiben wir Natur- und Vogelschutz! Für uns zählen Vögel auch zur Natur. Es ist ehrenwert, diese zu schützen. Wichtiger scheint uns aber der Schutz der Menschen.»

Diskussion am Ostermarkt

Der Vorstand möchte vor dem endgültigen Aus dem Natur- und Vogelschutzverein Rued eine Chance geben und lädt darum zur Diskussion über die Zukunft des Vereins, und zwar am Ostermarkt, der am 6. April stattfindet. Von 9 bis 16 Uhr können Interessierte mit den drei Vorstandsmitgliedern Stephan Marti, Walter Bolliger und Hansruedi Buchser diskutieren. Stephan Martis Hoffnung: «Vielleicht finden es auch andere schade, wenn der Verein eingeht.»

Die Mitgliederversammlung am 26. April um 20 Uhr im «Sternen» in Schmiedrued wird sich mit der Zukunft des Vereins befassen müssen. Man hofft auf neue Mitglieder, auch für den Vorstand.