Zum Spatenstich des Wohn- und Dienstleistungsquartiers auf dem KWC-Areal in Unterkulm, oder besser gesagt zum Seilzug, kam Milliardär Michael Pieper, CEO und Inhaber der Artemis Group (unter anderem Franke), ins Wynental. Piepers Vermögen wird vom Magazin «Bilanz» auf 4 bis 4,5 Milliarden Franken geschätzt. Zusammen mit Andreas Hauswirth hat Pieper um 1990 erstmals mit der Artemis Immobilien ein Einfamilienhaus gebaut, später ein Mehrfamilienhaus. Heute investieren die Artemis Immobilien jährlich 30 bis 60 Millionen in Überbauungen (aktuell auch in Holziken).

Silicon Valley des Wassers

«Es ist ein Leuchtturmprojekt, das hier auf dem KWC-Areal entsteht», betonte Pieper anlässlich des Startschusses zum 100-Millionen-Projekt. Und zwar nicht nur für das Wynental, sondern auch für den Kanton Aargau und die ganze Schweiz. Auf dem 27'000 Quadratmeter grossen ehemaligen Betriebsgelände der Armaturenfabrik entsteht ein 36-Meter hoher Büro-Tower, zwei moderne Wohnbauten und ein Wasserspiel mit zugehöriger Begegnungsoase. «Wir haben ein grosses Commitment zur KWC», so Pieper.

Giesserei wird verschoben

«Das KWC-Areal wird zum Silicon Valley in der Welt des Wassers», sagte Unterkulms Gemeindeammann Emil Huber. Damit meint Huber das nebst dem Neubau entstehende «Kompetenz-Zentrum Wasser» der Franke Water Systems AG (KWC ist seit 2013 im Besitz der Franke Water System). Ein Hotspot für Fachkräfte und ein Zentrum des Wissens, der Forschung und Entwicklung. Im Verwaltungsgebäude entsteht zudem «AquaKulm», ein grossräumiger Showroom, der zu einer Informationsplattform für Architekten, Investoren, Sanitäre oder Grosshändler werden soll.

Die KWC schaut auf ihr 144-jähriges Bestehen zurück. Altbauten sind wesentliche Bestandteile der KWC-Historie und werden in das Mega-Projekt eingebunden. So wurde anlässlich des Startschusses die ehemalige Giesserei mit einem Gewicht von 400 Tonnen leicht verschoben. «Ich bin froh und stolz, dass wir einen weiteren Schritt in die Zukunft machen können», sagt Roland Gloor, ehemaliger CEO und heutiger Chief Design Officer der KWC. «Symbolisch auch mit dem Verschieben der Giesserei.» Mit dem Seilzug/Spatenstich schlage die KWC ein ganz neues Kapitel auf, ist CEO Stefan Schmied überzeugt: «Nebst dem schönen Bauwerk entstehen interessante und moderne Arbeitsplätze sowie ein Freizeitwerk und Lebensqualität».

KWC-Gasse für Unterkulm

Gemeindeammann Emil Huber bedankt sich nicht nur bei Michael Pieper, der Artemis und den Beteiligten, sondern auch bei der Bevölkerung, die voll hinter dem Projekt stehe. «Unterkulm ist sich bewusst, dass es in nächster Zeit noch Bauemissionen geben wird.» Aber die Gemeinde freue sich auf den neuen Dorfteil, der auch um eine KWC-Gasse reicher werde.