VitaParcours
Hier schwitzt man trotz kühlen Temperaturen

Im VitaParcours «Sonnenberg» im Reinacher Wald rennt es sich besonders schön. Der «Parcours des Monats» ist eine abwechslungsreiche Strecke für alle Generationen - ein Testlauf vor Ort

Fabio Baranzini
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Unterwegs auf der Laufstrecke des Vita-Parcours «Sonnenberg». FBA

Unterwegs auf der Laufstrecke des Vita-Parcours «Sonnenberg». FBA

Solothurner Zeitung

Der Himmel ist verhangen und grau, die Strassen sind nass. Als ich aus dem Auto steige, ist mehrstimmiges Vogelgezwitscher zu vernehmen. Eine Joggerin in roter Regenjacke kommt mir entgegen und grüsst freundlich. Ich befinde mich am Anfang eines Waldweges. «Herzlich willkommen am Start. Hier beginnt der VitaParcours ‹Sonnenberg›», ist auf einem Schild zu lesen.

Die Stiftung Vita-parcours vergibt jeden Monat den Preis für den Parcours des Monats. Im Juli fiel die Wahl auf den 2,3 Kilometer langen Rundkurs im Wald oberhalb von Reinach, auf dem die Läufer zusätzlich noch 50 Höhenmeter bewältigen müssen. Josef Bächler, Projektleiter der Stiftung Vita-Parcours, erläutert die Gründe für die Wahl von Reinach: «Bei diesem Parcours stimmt das Gesamtpaket. Die Laufstrecke ist wunderschön angelegt und leicht coupiert. Die Geräte sind in einem top Zustand und der Parcours ist gut erreichbar.» Die Lobeshymne von Bächler macht mich neugierig, und ich will vor Ort testen, was der «Sonnenberg»-Parcours hergibt.

Nach ein paar Minuten geht es los

Nach ein paar Minuten Joggen und zwei Posten mit Aufwärmübungen, geht es richtig los. Die Strecke zweigt vom breiten Wanderweg ab und wird schmaler. Es folgen einige kurvenreiche Passagen und eine längere Holztreppe. Ein paar Mal muss ich einem tief hängenden Ast ausweichen und immer wieder treffen mich Wassertropfen, die der Wind von den Bäumen geweht hat.

Während ich den Beschilderungen des Parcours folge, bleibt auch ein wenig Zeit, um die Umgebung zu betrachten. Ein violett blühender Flieder steht am Wegrand, die Früchte des Holunderstrauchs reifen heran und die Blätter der Laubbäume leuchten dank dem vielen Regen der letzten Tage in sattem Grün. Doch das verhältnismässig schlechte Sommerwetter hinterlässt auch andere Spuren. Abgeknickte Äste und entwurzelte Bäume sind zu sehen, die Laufstrecke ist an einzelnen Stellen wegen der grossen Wassermengen aufgeweicht.

Die Idee für den Parcours des Monats ist 2004 entstanden. Stiftungsratspräsident und FDP-Nationalrat Felix Gutzwiller wollte damals eine Liste mit den besten zehn Vita-Parcours der Schweiz erstellen. «Aus den knapp 500 Strecken, die unserer Stiftung angehören, zehn auszusuchen, wäre sehr schwierig gewesen», erklärt Bächler. Darum einigten sich die Verantwortlichen auf die Wahl des Parcours des Monats, die seit 2005 durchgeführt wird. «Die Kriterien sind die Lage, die Frequentierung, die Qualität der Geräte und der Zustand der Laufstrecke», sagt Bächler.

Sechs Asuzeichnungen im Aargau

Die Vita-Parcours im Kanton Aargau scheinen diese Vorgaben besonders gut umzusetzen. Von den 33 Aargauer Standorten wurden vor Reinach bereits sechs andere ausgezeichnet: Bad Zurzach (Mai 2005), Seon (Juli 2005), Küttigen (April 2006), Aarau (August 2008), Ober-/Unterentfelden (Februar 2009) und Windisch (Februar 2011).

Ich komme auf eine Lichtung und zu meiner Überraschung bescheinen ein paar Sonnenstrahlen die Umgebung. Sogar ein Fleckchen blauer Himmel ist in der ansonsten grauen Wolkensuppe zu erkennen.

Nach den Liegestützen bei Posten 12 macht die Strecke noch eine letzte Schleife. Bald schon folgt der letzte kurze Anstieg, und ich nähere mich wieder dem Parkplatz. Trotz der ungewöhnlich kühlen Morgentemperaturen bin ich auf der schönen und abwechslungsreichen Laufstrecke gehörig ins Schwitzen geraten. Die Messlatte für den Vita-Parcours von Grono, der für August ausgewählt wurde, liegt hoch.

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