«Ich mag nömme», stöhnt der Clown, «cha nömme, ha d Nase voll.» Der August aller Auguste sei er früher gewesen, heute nur noch die Niete aller Nieten. Niemanden bringt der Clown mehr zum Lachen. Da nützt auch die rote Nase nichts. Traurig nimmt er sie ab. «Ich wollte, ich wäre tot», seufzt er, die Nase baumelt nutzlos am Finger. Dass sein Wunsch Realität werden sollte, daran hat der Clown nicht gedacht. Doch unter schauerlichen Tönen tritt der Tod auf und will ihn gleich mitnehmen.

Auch für Erwachsene

Das Stück vom Clown und dem Tod, «salto & mortale», spielen Clo Bisaz und Thomy Truttmann bereits seit zehn Jahren. Am Samstagabend haben sie das Jubiläum vor vollem Haus im Theater am Bahnhof (TaB) gefeiert. «Für alle Menschen, die einmal sieben Jahre alt waren» schreiben sie zu dieser Zirkusgeschichte über das Leben, den Tod und die Kraft des Lachens.

Sie wird meist vor Kindern und Jugendlichen gespielt, doch im TaB war auch das erwachsene Publikum gefesselt und fasziniert vom intensiven Spiel der beiden Darsteller und von Ben Jeger, dem Einmann-Orchester. Dieser begleitete nicht nur die lustigen Auftritte des Clowns, sondern setzte auch für das Lachen und die Traurigkeit, für Leben und Tod die richtigen musikalischen Akzente.

Das Publikum lacht, nicht der Tod

Damit der Tod (Thomy Truttmann) den Clown, gespielt von Clo Bisaz, am Leben lässt, soll dieser ihn zum Lachen bringen. Der Clown versucht es mit albernen Spässen und Blödeleien. Er lacht, das Publikum lacht, doch der Tod bleibt ernst.

Auch ein eigentliches Lachtraining führt nicht zum Erfolg. «Es kann sein, dass ich mich zu wenig anstrenge», sagt der Tod traurig. «Es kann aber auch sein, dass du ein miserabler Clown bist.»

Was macht den Erfolg des Stückes aus? Weshalb wird es auch nach zehn Jahren von Schulen und Bühnen noch nachgefragt? «Wir arbeiten immer mit den gleichen Leuten zusammen, zum Beispiel der Bühnenbildnerin oder den Technikern», erklärt Clo Bisaz, der nicht nur Schauspieler, sondern auch Präsident des TaB ist. «Damit bieten wir neben der Qualität auch Kontinuität.» Die Crew ist auch bei den übrigen Stücken des Ensembles, «Mad&Bad&Sutherland», «Der Rekord» und «Nik&Schmutz – eine schöne Bescherung», dieselbe. Für die Regie ist jeweils Adrian Meyer verantwortlich.

Reifer geworden

Seit der Premiere von «salto & mortale» sind auch die Schauspieler um zehn Jahre gealtert. Dies tut der Vorstellung jedoch keinen Abbruch. «Wie der Wein wird auch ein Theaterstück mit der Zeit reifer», erklärte Bisaz. Und Regisseur Adrian Meyer fügte hinzu: «Je älter der Clown ist, umso mehr glaubt man ihm.»

Das Lachen und damit das Leben siegen am Schluss über den Tod. Dieser will aber kein «Lebe wohl» gelten lassen, sondern nur ein «Auf Wiedersehen». Dann tritt er mit einem Lächeln ab.