Reitnau AG
Hier entsteht ein Paradies, damit sich Glögglifrösche vermehren können

In Reitnau gibt es bald ein neues Amphibienlaichgewässer für Geburtshelferkröten und andere Tiere. Im Sommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Kosten belaufen sich auf rund 100000 Franken. Der Kanton übernimmt knapp die Hälfte.

Barbara Vogt
Merken
Drucken
Teilen
In dieser Senke im Naturschutzgebiet Hornihübel in Reitnau entsteht ein Weiher.

In dieser Senke im Naturschutzgebiet Hornihübel in Reitnau entsteht ein Weiher.

Wieso heisst die Geburtshelferkröte Glögglifrosch? Weil ihre Laute wie feine Glöckchen tönen, sagt Mio Cattaneo vom Natur- und Vogelschutzverein Reitnau/Attelwil. Sie freut sich, dass die Geburtshelferkröte in Reitnau vorkommt, «dank der Laichmöglichkeiten in verschiedenen Gewässern». Man habe die Geburtshelferkröte schon in den Weihern im Feldlimoos und Widenmoos oder im Mühleweiher entdeckt.

Damit sich der Glögglifrosch und auch andere Tiere weiter verbreiten können, wird im Naturschutzgebiet Hornihübel – nahe dem Widenmoos Resort – ein Amphibienlaichgewässer geschaffen. Die bereits vorhandene Senke erscheint wie geschaffen für einen Weiher. Laut Gemeinderat Herbert Fischer wird diese mit einer Folie ausgelegt und mit Kies belegt. «Dann warten wir nur noch auf Wasser», sagt Fischer lachend. Der zirka 40 Quadratmeter grosse Weiher soll sich auf natürliche Weise mit Regenwasser füllen.

Kantonaler Aktionsplan Geburtshelferkröte

Viele Lebensräume der Geburtshelferkröte wurden zerstört oder negativ verändert. Um die Kröte gezielt zu fördern, rief der Kanton den Aktionsplan Geburtshelferkröte ins Leben. Der Kanton bittet die Bevölkerung um Mithilfe, um möglichst viel über aktuelle Vorkommen zu erfahren. Beobachtungen können gemeldet werden per Mail: gloegglifrosch@gmx.net oder per Telefon: 079 383 88 05. (az)

Das Naturschutzgebiet Hornihübel war einst eine Kiesgrube. Zu Beginn der 90er Jahre wurde die Fläche als artenreiche Heuwiese unter Schutz gestellt. Doch verbuschte sie zusehends, da der Ort mit Mulden und kleinen Hügeln durchsetzt ist und sich maschinell kaum bewirtschaften liess. Daher will die Gemeinde, nebst dem, dass sie einen Weiher anlegt, das Gebiet in eine artenreiche Heuwiese umgestalten. Es sollen auch sandige und kiesige Flächen im Hornihübel geschaffen werden, denn solche lieben die Glögglifrösche besonders.

Die Förster haben die Fläche bereits ausgelichtet, die vorhandenen Baumstrünke und Wurzelstöcke dienen Kleintieren als Versteck. Die Hügelformationen werden ausplaniert und mit einer Wildblumen-Samenmischung oder ganz einfach mit Heublumen vom Heustock begrünt. Ein Landwirt aus der Gemeinde bewirtschaftet die Magerwiese.

Für die Umgestaltung und Aufwertung des Naturschutzgebiets Hornihübel musste die Gemeinde ein öffentliches Verfahren durchführen. Bis Anfang dieser Woche lag das Projekt auf. Einwendungen gingen keine ein, sagt Gemeinderat Fischer.

Der Kanton genehmigte das Vorhaben, sodass der Realisierung nichts mehr im Wege steht. Fischer hofft, dass die Arbeiten im Sommer abgeschlossen sind. Die Kosten für die Massnahmen im Hornihübel kosten zirka 10 000 Franken, der Kanton übernimmt 45 Prozent davon.