Reinach

Hier dürfen nur die Grossen abtanzen

Stefan Locher mit ü178-Gast Ramon Zenhäusern, der über zwei Meter gross ist.

Stefan Locher mit ü178-Gast Ramon Zenhäusern, der über zwei Meter gross ist.

Am Samstag findet im Glashaus die erste ü178-Party statt. Bisher gab es sie nur im Kanton Zürich.

Wer etwas grösser ist als der Durchschnittsmensch, hat einige Vorteile im Leben: Kein Tabourettli ist nötig, um an den obersten Küchenschrank zu gelangen, man sieht trotz überfülltem Perron, dass der Zug gleich einfahren wird, und der Taschendieb überlegt sich zweimal, ob er solch einem Hünen etwas stibitzen soll.

Freilich ergeben sich aus einer stattlichen Körpergrösse auch Nachteile, darunter auch solche, woran Normalgrosse (beziehungsweise -kleine) gar nicht denken. «Sobald ich mich an einer Party auf die Tanzfläche begab, sah ich mich rundherum von unten angeschaut», sagt Stefan Locher. Der in Geuensee LU aufgewachsene Augenarzt misst 193 Zentimeter. «Ich habe mich dann immer an den Rand der tanzenden Menge zurückgezogen und gemerkt, dass andere grosse Männer und Frauen das ebenfalls machen.»

Wie aber macht man sich auf der Tanzfläche kleiner? Indem man die Gäste grösser macht. Seit rund zehn Jahren veranstaltet Locher in Zürich, seinem heutigen Wohnort, mit Freunden die ü178-Partys. Beim Eingang ist ein überdimensionaler Massstab aufgestellt, damit niemand schummeln kann.

Grosse kommen in den Aargau

Nun expandiert die Party erstmals über die Kantonsgrenze. Am nächsten Samstag findet die erste Aargauer «ü178» im Glashaus Reinach statt – danach immer einmal pro Monat. «Wir haben immer viele Gäste aus dem Aargau, deshalb haben wir uns für einen zusätzlichen Standort entschieden», so Locher. Auf den Zentimenter genau nehmen es die Partymacher übrigens nicht. Bei kleinen Abweichungen drücken sie ein Auge zu, ausserdem ist jede Art, sich künstlich grösser zu machen, erlaubt. Von hohen Absätzen über Stelzen bis zu selbst gebastelten Konstruktionen.

Wer hofft, seinen grossen Seelenpartner zu finden, sollte sich die Partydaten also merken. In Zürich hat sich schon manches Paar gefunden, wie Locher sagt: «Das erste Kind, dessen Eltern sich auf der ü178-Party kennen gelernt hatten, ist eben 10 Jahre alt geworden.» Doch nicht nur als Singletreff wird der Event genutzt. «Manche Paare lieben das Tanzen unter Gleichgrossen so sehr, dass sie sich für diese Abende einen Babysitter bestellen.»

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