Holziken
Heliport Holziken: WWF Aargau will keine touristischen Flüge

Zehn Stellungnahmen wurden zum neuen Betriebsreglement des Heliports eingereicht. Nicht für alle sind die An- und Abflüge am Sonntag ein Problem.

Christine Fürst
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Der Heliport in Holziken.

Der Heliport in Holziken.

lbr/Archiv

Die Frist für die öffentliche Mitwirkung zum neuen Betriebsreglement des Heliports Holziken ist abgelaufen. Zehn Stellungnahmen sind beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) eingegangen, darunter ist auch eine private. Das neue Betriebsreglement sieht unter anderem Änderungen bei der Anzahl Flugbewegungen (An- oder Abflüge) vor. Bis jetzt durfte der Betreiber des Heliports, Lukas Fischer, mit dem Helikopter 1356 Flugbewegungen im Jahr machen. Neu sollen es 990 sein. Dafür soll die Beschränkung pro Tag heraufgesetzt werden. Künftig werden an Werktagen acht (vorher vier) Bewegungen und an Sonn- und Feiertagen vier (vorher zwei) Bewegungen erlaubt sein. Auch die Betriebszeiten und die An- und Abflugrouten sollen geändert werden.

Gegen Ausweitung an Sonntagen

Lukas Fischer hat seine Stellungnahme abgegeben (az vom 18. Juli) und sich für das neue Objektblatt eingesetzt. Auch der Kanton hat sich bereits vor zwei Wochen dazu geäussert. Die weniger restriktiven Tagesbeschränkungen seien akzeptierbar, schreibt der Regierungsrat. Mit der neuen Regelung an Sonn- und Feiertagen ist er jedoch nicht einverstanden (az vom 28. August). Auch sechs Anwohner haben kollektiv eine Stellungnahme eingereicht und lehnen die Ausweitung der Flugbewegungen grundsätzlich ab. Der Holziker Natur- und Vogelschutzverein hingegen steht hinter dem neuen Reglement, weil es eine Verbesserung für die Natur bringe.

Ökologischer Ausgleich gefordert

Die Gemeinde Holziken hat ebenfalls vor zwei Wochen ihre Stellungnahme abgegeben. Diese stimmt mehrheitlich mit derjenigen des Kantons überein. Die Gemeinde Safenwil schliesst sich Holziken an.

Auch die Gemeinde Uerkheim nimmt Stellung. Sie schliesst sich der Gemeinde Holziken an, fügt aber hinzu, dass an den Sonntagen und allgemeinen Feiertagen auch vier Flugbewegungen akzeptiert würden. Zudem fordert sie, dass die Schwebeflüge ausserhalb des Gemeindegebiets durchgeführt und die An- und Abflüge zum Heliport ausgewogen auf die Flugkorridore verteilt werden.

Der Verband Birdlife Aargau beurteilt die Anpassung der An- und Abflugrouten sowie die Bemühungen des Betreibers, der einen Helikopter mit tieferen Abgas- und Lärmemissionen angeschafft hat, positiv. Weil sich der Heliport jedoch in einer Landschaft von kantonaler Bedeutung befindet, lehnt der Verband eine Erhöhung der Flugbewegungen an Sonn- und Feiertagen von zwei auf vier ab. Zudem wird in der Stellungnahme gefordert, dass die negativen Auswirkungen des Heliports auf die Umwelt zwingend mit ökologischen Ausgleichsmassnahmen kompensiert werden müssen. Kathrin Hochuli, Geschäftsführerin von Birdlife Aargau, denkt beispielsweise an die finanzielle Unterstützung eines Naturschutzprojekts in der Umgebung oder an eine ökologische Aufwertung einer Fläche, die in der Nähe liegt.

Der WWF Aargau schliesst sich in seiner Stellungnahme mehrheitlich Birdlife Aargau an. Es wird jedoch gefordert, dass das Verbot touristischer Flüge beibehalten wird. Dies wird damit begründet, dass die Aufhebung dieses Verbots automatisch zu mehr Flugbewegungen führen werde.

Die Stellungnahmen werden nun ausgewertet, eventuell wird das Objektblatt angepasst und danach folgt ein Antrag an den Bundesrat. Er wird das Objektblatt verabschieden.