Der Heliport in Holziken liegt versteckt hinter grossen Thuja-Hecken, von der Bändlistrasse aus praktisch nicht sichtbar. Wer es nicht weiss, merkt nicht, dass dahinter der «Rose-Helikopter» stationiert ist und auf seinen nächsten Einsatz wartet. In Holziken, genauer im Ortsteil Bändli, befindet sich einer von 24 Heliports in der Schweiz, er wird von Lukas Fischer betrieben.

Fischer bietet private und gewerbliche Sport- und Freizeitflüge in der ganzen Schweiz an. «Mein Heliport ist sicher der schönste in der Schweiz», sagt er. Ganz unrecht hat er damit nicht, das Areal liegt mitten im Grünen, bietet mit einem Swimmingpool ein wenig Ferienflair und ist trotzdem zentral gelegen.

Für manche ist es daher kaum vorstellbar, dass in dieser Landschaft regelmässig ein Helikopter startet und landet und damit viel Lärm verursachen soll. Doch der Heli in Holziken lärmt wenig: «Wir haben statt eines Bell 206 Helikopters einen fünfmal leiseren EC 120B Helikopter, die Rose, angeschafft», sagt Fischer.

«Er gilt als leisester Helikopter weltweit.» Ein Ingenieurbüro bestätigt, dass sämtliche Lärmschutzvorschriften teilweise mit grossen Reserven eingehalten werden. Fischer rechnet gar vor, dass eine Stunde Rasenmähen von der Lärmbelastung her 24 Bewegungen mit dem neuen Helikopter entsprechen.

40-jähriges Betriebsreglement

Die Betriebsbewilligung des Heliports Holziken stammt aus dem Jahr 1976. «Gewisse Anpassungen sind nun nötig, die Zeit ist nicht stillgestanden», erklärt Fischer. Deshalb braucht es ein neues Betriebsreglement mit Vorgaben für den Betrieb, zum Flugplatzperimeter, zur Lärmbelastung und Hindernisbegrenzung, zu Natur- und Landschaft und zur Erschliessung. Das sogenannte Objektblatt mit den neuen Rahmenbedingungen liegt bis 1. September zur Information und Mitwirkung der Bevölkerung öffentlich auf.

Für Fischer ist klar, dass das Reglement zeitgemäss angepasst werden soll. «Sprich: Es muss umweltgerecht und mit Rücksichtnahme auf Siedlungen und Umwelt ausgerichtet sein», sagt er. Einen ersten Schritt hat er mit der Anschaffung des leisen Helikopters schon getan. Nun sollen im neuen Reglement auch die Anzahl der An- und Abflüge, genannt Flugbewegungen, angepasst werden.

Bis jetzt durfte Fischer mit seinem Rose-Heli an Werktagen maximal vier Bewegungen und zwei Bewegungen an Sonn- und Feiertagen durchführen. Dies entspricht 1356 Bewegungen pro Jahr.

Das neue Reglement sieht nur noch 990 Flugbewegungen pro Jahr vor. Jedoch sollen montags bis samstags maximal acht Bewegungen und an Sonn- und Feiertagen vier Bewegungen möglich sein. «Die Erhöhung der Tageskontingente verschafft mir eine gewisse Flexibilität», sagt Fischer.

In Ausnahmefällen sei er froh, wenn er zwei Bewegungen mehr machen könne. Fischer sagt, dass er die Kontingente selten ausschöpfe. «Ich kann sie ja gar nicht regelmässig ausschöpfen, da sonst unser Gesamtkontingent schon nach kurzer Zeit verbraucht wäre», erklärt er.

Im Sinne des Lärmschutzes soll es künftig eine Mittagsruhe und flugfreie Feiertage wie Weihnachten und Ostern geben. Ausserdem werden die An- und Abflugrouten geändert. Diese liegen neu über dem westlich von Holziken gelegenen Waldgebiet und führen nicht mehr über Uerkheim.

Gemeinde wartet nun ab

Ende August wird der Kanton seine Stellungnahme abgeben. Momentan besteht noch eine Differenz zum Objektblatt. Dieses sieht vier Bewegungen an Sonn- und Feiertagen vor, der Kanton möchte lieber nur deren zwei. «Daran werden wir ziemlich sicher auch festhalten», sagt Thomas Frei von der Abteilung Raumentwicklung. Denn der Heliport befinde sich in einer Landschaft von kantonaler Bedeutung und man wolle die Lärmimmissionen dort möglichst tief halten.

In der Standortgemeinde Holziken werde nun laut Ammann Peter Lüscher abgewartet, ob und wie sich die Einwohner äussern. Denn diese müssten sich bezüglich Flugbewegungen mit dem Eigentümer einig werden.

Nach der Durchführung der öffentlichen Information und Mitwirkung, die bis 1. September dauert, sowie der Anhörung der Behörden wird das Objektblatt bereinigt. Danach wird es durch den Bundesrat verabschiedet.