Unterkulm
Häuser schmiegen sich an den Hang an und fügen sich gut ein

Der Gestaltungsplan für die Überbauung im Juch kam gut an. Die beschränkte Anzahl Parkplätze gab jedoch Anlass zu Bedenken. Die Gemeinde informierte die Bevölkerung.

Sibylle Haltiner
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Daniel Stalder von der Planteam S AG erklärte an der Infoveranstaltung im November den Gestaltungsplan Juch.

Daniel Stalder von der Planteam S AG erklärte an der Infoveranstaltung im November den Gestaltungsplan Juch.

Sibylle Haltiner

Im Juch soll gebaut werden: Drei Treppen- und vier zweigeschossige Gebäude, zum Teil mit Attikaaufbau, insgesamt 39 Wohnungen sind vorgesehen. Nun steht der Gestaltungsplan, welchen die private Grundeigentümerschaft ausarbeiten liess. Im öffentlichen Auflage- und Mitwirkungsverfahren kann bis zum 17. Dezember jede Bürgerin, jeder Bürger seine Ideen einbringen. Einwendungen hingegen sind den Direktbetroffenen vorbehalten. Am Mittwochabend wurde das Projekt der Unterkulmer Bevölkerung vorgestellt.

Verwinkelter Bauplatz

«Das Gelände hat eine schwierige Geometrie», stellte Gemeinderat Emil Huber fest. In der Tat: Das Areal ist verwinkelt. Am Hang, gegen den Wald hin, schliesst es sich an die bestehenden Treppenhäuser an. Dort sollen drei weitere Treppenhäuser entstehen, die sich an den steilen Hang anschmiegen. Auf der Ebene hat es Platz für drei zweigeschossige Gebäude. Diese erhalten einen zurückgesetzten Attikaaufbau. Zwischen den beiden Hauptbauplätzen verengt sich das Areal, es hat Platz für ein einzelnes Mehrfamilienhaus, rechts und links wird es flankiert von bestehenden Gebäuden.

Der Gestaltungsplan kam bei den Besuchern der Infoveranstaltung, es waren mehrheitlich Bewohner des Quartiers, gut an. Sie lobten vor allem, dass sich die neuen Treppenhäuser hervorragend in das Bild der bestehenden Überbauung einfügten. Besonders gefiel auch die naturnahe Aussengestaltung, sogar Hochstammobstbäume sind vorgesehen. Ein öffentlicher Fussweg soll die Alte Juchstrasse mit dem Krummackerweg verbinden.

Viel zu reden gab die Parkplatzsituation. Für die 39 Wohnungen ist eine Tiefgarage vorgesehen, es dürfen jedoch höchstens 52 Parkplätze sowie sechs Besucherparkplätze gebaut werden. «Dies ist das absolute Maximum. Wenn wir mehr Parkplätze einberechnen würden, hätte der Plan keine Chance, vom Kanton gutgeheissen zu werden», erklärte Daniel Stalder von der Planteam S AG, welche den Gestaltungsplan erarbeitet hat. Dieser enthält denn auch ein Mobilitätskonzept. Darin sind beispielsweise Abstellplätze für Mietautos von Mobility vorgesehen sowie Aufladestationen nicht nur für E-Bikes, sondern auch für Elektroautos.

Die Teilnehmer der Infoveranstaltung blieben skeptisch. Sie befürchteten, dass die Anzahl der Autos jene der Parkplätze übersteigen werde und die bereits bestehende Abstellmöglichkeiten im Dorf zusätzlich belastet würden. Gemeinderat Emil Huber wies darauf hin, dass die Gemeinde das Parkplatzproblem bereits erkannt habe und daran sei, geeignete Massnahmen auszuarbeiten.

Vorteile des Gestaltungsplans

Durch das Erstellen eines Gestaltungsplans sind einige Abweichungen von der Regelbauweise möglich. So beträgt die Ausnützung 0.51 anstatt 0.35. Auch ein beschränkter Ausnützungstransfer zwischen den Baufeldern ist möglich und die Geschosshöhe konnte dadurch optimiert werden. Damit besteht eher die Möglichkeit, auch in einem anspruchsvollen Gelände wie dem Juch bezahlbare Wohnungen zu bauen.

Noch bis zum 17. Dezember liegt nun der Gestaltungsplan auf, anschliessend muss er von der Gemeinde und dem Kanton bewilligt werden. Danach folgt das Baubewilligungsverfahren, in welchem die konkreten Baupläne vorliegen werden. Daniel Stalder wagte einen Blick in die Zukunft. «Im besten Fall, wenn alles gut läuft, haben wir Anfang 2016 ein bewilligtes Bauprojekt.»

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