Uerkheim 

Handyantenne: Uerkner wehren sich gegen das Nein und ergreifen das Referendum

Die Gemeindeversammlung lehnte den Standort der Handy-Antenne ab. (Symbolbild).

Die Gemeindeversammlung lehnte den Standort der Handy-Antenne ab. (Symbolbild).

Die Diskussion um den umstrittenen Standort der Mobilfunkantenne auf dem Schulhaus Hübeli in Uerkheim geht weiter. An der Gmeind vom 25. November lehnte der Souverän den Standort mit 66 Ja- zu 99 Nein-Stimmen ab. Im Vorfeld der Abstimmung war es zu Gehässigkeiten gekommen.

Gemeindeammann Herbert Räbmatter erhielt ein anonymes Schreiben, das man als Morddrohung lesen konnte. Nun hat sich eine Dreiergruppe formiert, die das fakultative Referendum anstrebt. Der Kopf der Gruppe ist Cédric Rüegger. Das Ziel: 101 Unterschriften von Stimmberechtigten sammeln bis zum 30. Dezember. «Die Abstimmung an der Gmeind war nicht repräsentativ», so Rüegger. Viele Gegner seien mobilisiert worden, während die Befürworter die Sache nicht genug ernst genommen hätten. «Viele dachten wohl, dass die Antenne sowieso durchkommt, und blieben der Gmeind fern», sagt Rüegger. Gleich nach der Gmeind habe sich der erste Helfer bei ihm gemeldet. Das Trio wurde durch einen Senior komplettiert.

«Der Streit ist kein Generationenkonflikt»

«Es ist toll, dass wir die alte und die junge Generation vertreten», meint der Zimmermann. Der Streit um den Standort der Mobilfunkantenne sei kein Generationenkonflikt, wie das vor der Abstimmung den Anschein machte. Viele der Älteren seien gar nicht dagegen, sondern interessierten sich nicht für das Thema, weil es sie nicht betreffe.

Cédric Rüegger ist optimistisch, dass das Referendum zustande kommt: «Wir haben schon einen ordentlichen Stock und können bereits den Endspurt einläuten.» Viele Unterschriften hätten sie letzte Woche am Weihnachtsmarkt gesammelt oder bei Treffen im Restaurant Sonne. Auf die Erstellung einer Website habe er verzichtet, diese sei nicht nötig. Seine Argumente für die Antenne sind nicht neu: Die Strahlung eines heimischen WLAN werde heute von vielen akzeptiert. Die Strahlung des Smartphones sei bei schlechtem Empfang tendenziell höher als bei gutem. Ausserdem könne man der Kontrolle der Grenzwerte durch den Kanton vertrauen.

Spielraum für Verhandlung bei Schulgebäude grösser

«Wenn wir gar kein Vertrauen mehr in obere Gewalten haben, dann wird es schwierig mit unserer Gesellschaft», sagt Rüegger. Hinzu komme, dass die geplante Antenne auf dem Uerkner Schulhaus Hübeli auf öffentlichem Boden zu stehen käme. Die Gemeinde könnte bei Unstimmigkeiten aus dem Vertrag mit der Swisscom in ein paar Jahren wieder aussteigen. Wenn die Antenne auf privatem Grund erbaut würde, was durchaus möglich ist, wäre der Verhandlungsspielraum deutlich eingeschränkt, sagt er. (kpe)

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