Halloween
Extra-Aufgebot, Kontrollen, Prävention – so geht die regionale Polizei sicher, dass Halloween «süss» bleibt

Die einen bekommen Süsses, die anderen verteilen Saures: So bereitet sich die Polizei in der Region Aargau West auf die Nacht des 31. Oktobers vor.

Natasha Hähni, Katja Schlegel, Nadja Rohner
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Als Halloween noch nicht so verbreitet war, versetzten «schaurig verkleideten Gestalten» ältere Menschen Ende Oktober in Angst und Schrecken.

Als Halloween noch nicht so verbreitet war, versetzten «schaurig verkleideten Gestalten» ältere Menschen Ende Oktober in Angst und Schrecken.

Sil / PICTURE ALLIANCE

Eier, Mehl oder WC-Papier an der Haustür, das wünscht sich niemand. An Halloween gehört diese Art von Vandalismus für manche – meist Jugendliche – gruseligen Clowns, Hexen und Skelette aber einfach dazu. Auch wenn der Brauch bei uns längst nicht so verbreitet ist, wie in den USA, trifft die Polizei in der Region Aargau West ebenfalls Vorkehrungen.

Die Stadtpolizei Aarau zum Beispiel werde am Halloween-Wochenende verstärkt die «bekannten Hotspots» kontrollieren. «Einzelpersonen beziehungsweise Personengruppen aus der Halloweenszene werden gezielt im Fokus sein», erklärt Toni von Däniken, stellvertretender Leiter der Stadtpolizei Aarau. Falle jemand auf, so würde die Person kontrolliert und ihr Name notiert werden. «Damit bewirken wir eine präventive Wirkung hinsichtlich Sachbeschädigungen wie Eierwerfen», sagt er.

Ältere Menschen haben sich an die Verkleideten gewöhnt

Bei der Repol Suret (Suhr, Gränichen und Buchs) sorgt Halloween für keine grosse Aufregung. Zumindest nicht mehr. «Die letzten beiden Jahre hat uns Halloween praktisch keine Arbeit mehr beschert», sagt Polizeichef Thomas Zbinden. Inzwischen wüssten auch ältere Menschen, worum es sich beim Brauch handelt, Anrufe verunsicherter Anwohner sind selten geworden. «Die schaurig verkleideten Gestalten, die im Dunkeln vor der Haustür stehen und Süsses verlangen und Saures androhen, versetzen die Älteren nicht mehr in Angst und Schrecken», sagt Zbinden.

Ein grosses Ärgernis aber ist geblieben: das Schmeissen von rohen Eiern an Hausfassaden – oder das Verteilen von Mehl. Zbinden bittet deshalb jeweils Bauern mit Hofläden, die Eier an Halloween aus dem Stand zu nehmen. Und die zusätzliche Patrouille, die jeweils am frühen Abend unterwegs ist, nimmt insbesondere Teenager ins Visier, die in Gruppen durch die Quartiere streifen. Wer Mehl oder Eier dabei hat, wird angesprochen und ermahnt. «Wer beim Schmeissen erwischt wird, muss putzen», sagt Zbinden. Und das schnell – eingetrocknetes Ei ist kaum mehr zu entfernen. Zu Anzeigen wegen Sachbeschädigung ist es im Zusammenhang mit Halloween bei der Repol Suret bislang noch nicht gekommen, so Zbinden. «Die Täter waren immer minderjährig, da werden die Eltern auf den Posten zitiert.»

Kein grosses Thema in Lenzburg

Ähnlich sieht die Lage in Lenzburg aus. «Grössere Ereignisse im Zusammenhang mit Halloween gehören bei uns nicht zur Norm», so Stefan Eichenberger, Chef Aussendienst bei der Regionalpolizei Lenzburg. Das liege vor allem daran, dass der Brauch in der Region (noch) nicht wirklich verbreitet und ausgelebt werde, wie es an anderen Orten der Fall ist. «Trotzdem ist Halloween auch bei uns ein Thema», sagt Eichenberger.

So seien Eier an Hausfassaden und ähnliche Sachbeschädigungen doch schon vorgekommen. Aus diesem Grund wird am 31. Oktober auch in der Region Lenzburg verstärkt patrouilliert. Da das klar gekennzeichnete Polizeiauto und die uniformierten Polizistinnen und Polizisten erkennt werden, haben sie laut Eichenberger eine präventive Wirkung.

Sichtbarkeit ist Prävention

Eine Methode, auf die auch die Regionalpolizei AargauSüd setzt: «Wir sind eine sichtbare Polizei», so der stellvertretende Chef Markus Steiner. Anders als in den meisten anderen Gebieten sei für das kommende Wochenende kein verstärktes Aufgebot geplant. Die ordentlichen Patrouillen und die Hilfsbereitschaft der Kantonspolizei würden ausreichen, heisst es. «Die Lage ist nicht mehr so schlimm», sagt er. Die Leute hätten eingesehen, dass der Brauch einfach nicht zur Region gehört.

Bis die Einsicht da war, gab es aber allemal «schlimme» Jahre, erinnert sich Steiner: «In Menziken, Reinach und Unterkulm hatten wir eine Weile lang ziemlich Probleme mit Eierwerfen.» Das sei mittlerweile aber «alter Kaffee». Dieses Jahr wolle man dennoch nach möglichen Tätern Ausschau halten: «Vor allem jugendliche Gruppen werden wir im Blick behalten», sagt er. Wenn sie bei jemandem ein Ei finden sollten, «dann ziehen wir das präventiv ein und sie können es am Montag wieder abholen», sagt Steiner lachend.

Neben dem potenziellen Vandalismus gebe es in der Region aber auch schöne Halloween-Bräuche, sagt Steiner: «In Beinwil am See verkleiden sich die Kinder immer so schön, daran freut sich das ganze Dorf.»

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