Reinach
Hallen-Abbruch der Voco-Drahtfabrik in Reinach kostet Millionen

Zurzeit wird die Fabrik der Voco-Drahtfabrik rückgebaut und entsorgt. Das erforderte eine präzise vorgängige Planung. Denn heute wird nicht einfach alles abgerissen und wegtransportiert, sondern sorgfältig getrennt. Das Gebäudevolumen betrug über 100000 Kubikmeter.

Peter Siegrist
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Hallen-Abbruch der Voco-Drahtfabrik in Reinach kostet Millionen
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Hallen-Abbruch der Voco-Drahtfabrik in Reinach: Noch bevor der erste Bagger auffahren konnte, hatte Duss mit Recyclingfirmen die Weiterverarbeitung des Materials organisiert.
Das Gebäudevolumen aller Hallen beträgt rund 103000 Kubikmeter.
Duss rechnet damit, bis Ende Jahr die Arbeiten abzuschliessen.

Hallen-Abbruch der Voco-Drahtfabrik in Reinach kostet Millionen

Peter Siegrist

Präzis nimmt der Baggerarm mit der Zange am Ende einen Stahlträger der ehemaligen Fabrikhalle zwischen die Zähne und schnappt zu. In der Führerkabine des XXL-Baggers sitzt Martin Zihlmann. Der Bagger ist wohl tausendmal schwerer als sein Meister, gehorcht aber auf dessen feinste Bewegungen mit dem Steuerknüppel. Schritt für Schritt bauen die Fachleute die ehemaligen Hallen der Voco-Drahtwerke mitten in Reinach zurück.

Was der Volksmund mit Abbruch bezeichnet, ist ein umfangreiches Logistikprojekt. Heutzutage werde nicht alles einfach niedergerissen und wegtransportiert, erklärt Peter Duss. Er ist Bauführer bei der Firma Aregger AG und hat diesen Rückbau geplant. Bei Industrieanlagen würden häufig Altlastenbegleiter beigezogen, sagt Duss. «Damit ist sichergestellt, dass allfälliges, belastetes Material erkannt und fachgerecht entsorgt wird.» Bei Altbauten wisse man nicht immer alles im Voraus, sagt Duss.

Als Projektleiter hat Duss vorgängig die Bauobjekte genau studiert und dann festgelegt, welche Maschinen er zum Einsatz bringen will. Der Entscheid mit dem Rückbau bei den südlichen Hallen zu beginnen, sei darin begründet, dass sie so rasch einen grossen Umschlagplatz zur Verfügung hätten für Material und Fahrzeuge, sagt er.

Noch bevor der erste Bagger auffahren konnte, hatte Duss mit Recyclingfirmen die Weiterverarbeitung des Materials organisiert. «Ganz wichtig ist die Triage auf dem Bauplatz», erklärt Duss. Holz, Stahl, Aluminium und Beton und Backsteine werden vor Ort in verschiedenen Mulden deponiert oder zu Haufen geschichtet. Wenn bei den hinteren Hallen und beim Herausbrechen der Kellergeschosse dann viel Beton anfällt, wird dieser vor Ort gebrochen. Was beim späteren Bau als Füllmaterial gebraucht werden kann, wird gar nicht erst wegtransportiert.

Das Gebäudevolumen aller Hallen beträgt rund 103000 Kubikmeter. Duss rechnet damit, bis Ende Jahr die Arbeiten abzuschliessen. Je älter die Gebäude, desto grösser die Chance, dass es zu baulichen Überraschungen komme, so Duss. Da müsse mit aller Sorgfalt gearbeitet werden, denn «die Sicherheit aller Mitarbeiter steht an erster Stelle».

Hubert Roos von der Immobau AG rechnet für den Rückbau mit Kosten von bis zu 5 Millionen Franken.