Reinach
Halbe Million durch Umzonung verloren: Nun nimmt sich die Aargauer Politik des Falls Kohli an

Der Fall der Landbesitzerin Rosmarie Kohli beschäftigt nun auch Aargauer Grossräte. Kohli erhält Unterstützung von Links und Rechts und hofft auf eine Entschädigung.

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Dieser Fall sorgte für Aufsehen: Rosmarie Kohli verlor auf einen Schlag eine halbe Million Franken, weil ihr Bauland in Reinach AG zu Landwirtschaftsland umgezont wurde. Die Rentnerin selbst erfuhr erst davon, als sie sich nicht mehr dagegen wehren konnte.

Kohli ist in Reinach aufgewachsen und wohnt im Kanton Luzern. Von der Gemeinde wurde sie nicht über die Auszonung informiert. Dabei ging allerdings alles mit rechten Dingen zu. Die Gemeinde ist gesetzlich nicht dazu verpflichtet, wie der Kanton gegenüber der AZ bestätigte. Dagegen hat Reinach die Auszonung in Amtsblatt der Gemeinde publiziert. Kohli hat es verpasst, sich durch dessen Lektüre oder durch gelegentliches Nachfragen bei der Gemeinde auf dem Laufenden zu halten.

Nichtsdestotrotz steht die Frage im Raum: Ist dieses Gesetz fair und ausreichend? Nein, findet SP-Grossrätin Rosmarie Groux, die eine Anpassung vorschlägt. "Man müsste proaktiv informieren, um einen Rechtsstreit zu vermeiden", begründet sie ihre Haltung. Ein Brief an von einer Auszonung betroffene Landbesitzer könnte dabei helfen.

"Wenigstens eine Entschädigung"

Selbst wenn es so weit kommt – Rosmarie Kohli wird davon nicht profitieren. Ihr Land bleibt in der Landwirtschaftszone. Allerdings macht sich die Rentnerin Hoffnungen auf eine Entschädigung durch den massiven Wertverlust ihres Landes. "Wenigstens eine Entschädigung dürften wir erwarten", sagt sie zu Tele M1. Ihr Argument: "Ich habe das Land über all die Jahre versteuert."

In diesem Punkt erhält Kohli Unterstützung aus der Politik. SVP-Grossrat Martin Keller sagt zum Regionalsender: "Das ist eine sehr unschöne Sache. Das gilt es zu hinterfragen, eventuell mit einem politischen Vorstoss." (pz)