Was sind die Gründe für das gute Resultat – den Sprudel an Steuergeld in der Stadt Zofingen? Viele. Beginnen wir bei den natürlichen Personen.

Der Steuerertrag aus unseren Portemonnaies fiel im Vergleich zum Voranschlag um 631 000 Franken oder 2,1 Prozent höher aus als budgetiert. Bei den Quellensteuern – diesen unterstehen Ausländerinnen und Ausländer – wurde der Budgetwert gar um 28,1 Prozent oder um 323 000 Franken übertroffen.

Natürliche Personen

Die Steuern natürlicher Personen unterteilen sich in jene für das Einkommen und in jene für das Vermögen. Die Einkommenssteuern sind laut Medienmitteilung des Stadtrats deutlich höher ausgefallen als im Vorjahr – plus 1,2 Millionen Franken oder 4,6 Prozent. Gemessen am Budgetwert geht es um ein Plus von 189 000 Franken oder 0,7 Prozent.

Allerdings ist das nicht das alleinige Resultat des Steuerjahrs 2017 – dies liegt marginal unter der Prognose (aber 2,3 Prozent über 2016). Treiber für das Ergebnis 2017 waren Steuereinnahmen aus Vorjahren, die höher ausgefallen sind als erwartet.

Bei den provisorischen Steuerrechnungen 2017 habe sich erstmals der im Kanton Aargau auf 7000 Franken pro Jahr beschränkte Fahrkostenabzug bemerkbar gemacht – mit 150 000 bis 200 000 Franken, die zusätzlich in die Steuerkasse fliessen.

Im Weiteren – heisst es in der Medienmitteilung – hat der erstmals im Herbst 2018 stattfindende Austausch von Bankdaten zwischen der Schweiz und Partnerstaaten «Sünder» dazu bewogen, eine straffreie Selbstanzeige zur Nachbesteuerung einzureichen.

Dadurch hat die Zahl der vereinfachten Nachbesteuerungen nochmals deutlich zugenommen, schreibt der Stadtrat. Wichtig: Eine straffreie Anmeldung von unversteuertem Vermögen im Ausland ist nur noch bis zum 30. September 2018 möglich.

Die Erträge aus der Vermögenssteuer sind im Vergleich zum Vorjahr um 426 000 oder 13,1 Prozent angestiegen – der Budgetwert ist um 13,2 Prozent überschritten worden.

Auch diese Erträge sind durch die ausserordentlich hohe Anzahl an Nachsteuerverfahren beeinflusst. Die Aktiensteuererträge – die Unternehmenssteuern – sind im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 17,5 Prozent höher ausgefallen und liegen um rund eine Million Franken über dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre.

Auch die Einnahmen aus Sondersteuern (Nachsteuern, Grundstückgewinnsteuern, Erbschafts- und Schenkungssteuern, Hundesteuern) fielen um insgesamt 127 000 Franken oder 14,2 Prozent höher aus als budgetiert.

Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, heisst es bei Matthäus 22, 21 – dies gilt auch für eine Stadt. Mehr als das fürs Funktionieren des Gemeinwesens Nötige bezahlt niemand gerne. Auch wenn in der Buchhaltung ein Überschuss resultiert – Zofingen benötigt das Geld.

Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger zeigte das Problem in der Januar-Sitzung des Einwohnerrats auf: Es türmen sich anstehende Investitionen. Und trotz schönem Steuerertrag – der beträgt in Zofingen aktuell exakte 3111 Franken pro Kopf. In Aarau sind es rund 4500 Franken, in Baden 5500.