Unterkulm
Grundwasserversorgung: Wasserschutzzone wird ausgeweitet

Um das Grundwasser vor Verunreinigung zu schützen gelten in den Schutzzonen um die Fassung «Hueb» bestimmte Vorschriften. Landbesitzer in diesen Zonen werden dadurch eingeschränkt.

Peter Siegrist
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Rechts steht die Grundwasserfassung Hueb aus dem Jahr 1944. Die Liegenschaften im Hintergrund unterstehen den Bestimmungen der Schutzzone 2.

Rechts steht die Grundwasserfassung Hueb aus dem Jahr 1944. Die Liegenschaften im Hintergrund unterstehen den Bestimmungen der Schutzzone 2.

Peter Siegrist

Rund ein Drittel des Unterkulmer Trinkwassers stammt aus der Grundwasserfassung «Hueb» im Westen des Dorfes, nahe der Wyna. Seit 1944 ist dieses Grundwasserpumpwerk in Betrieb.

Die Bewilligung, Grundwasser zu fördern, erhält die Gemeinde mit einer Konzession für jeweils 20 Jahre vom Kanton, der als Eigentümer des Wassers gilt. Für das bezogene Wasser und die Nutzungsgebühr zahlte die Gemeinde jährlich eine Gebühr, 2013 waren es 2274 Franken.

Bereits 1987 wurden bei der Wasserfassung «Hueb» Grundwasserschutzzonen ausgeschieden. Die Qualität des Grundwassers soll sichergestellt und Fremdeinwirkungen sollen vermieden werden.

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...bis 40 Prozent des Wasserverbrauchs werden in Unterkulm aus dem Grundwasserpumpwerk Hueb ins Netz gespeist. Die Menge schwankt, 2014 waren es 23 500 m³ und 2013 wurden total 65600 m³ gefördert. Der Anteil Quellwasser liegt bei 65 Prozent.

Da im Jahr 2012 die gültige Konzession auslief, hat die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Kanton die Schutzzonen um die Fassung «Hueb» überprüft und den neuen Bestimmungen angepasst. Der Entwurf des Schutzzonenreglementes zeigt, die heutigen Zonen werden vergrössert.

Rund um das Gebäude des Pumpwerks liegt im Minimalabstand von zehn Metern die Schutzzone 1, klar markiert mit einem hohen Maschendrahtzaun. Hier sind lediglich Bauten und Anlagen erlaubt, die der Wasserversorgung dienen.

Ausser Wald und Dauerwiese ist nichts gestattet. Das Lagern von jeglichem Material, selbst von Holz, ist verboten.

10 Tage vom Zonenrand zur Pumpe

Die Grösse der Schutzzone 2 definiert sich wie folgt: Das Wasser im Untergrund soll vom äusseren Rand der Zone mindestens 10 Tage brauchen, bis es in das Pumpwerk gelangt. Heute gehören rund 10 580 Quadratmeter zur (engeren) Schutzzone 2.

In diesem Gebiet sind Hoch- und Tiefbauten, die nicht der Wasserversorgung dienen, verboten. Für die fünf Einfamilienhäuser, die heute in dieser Zone stehen, gilt natürlich der Besitzstand.

Ein besonderes Augenmerk halten Gemeinde und Kanton auf die Abwasseranlagen, wo enge Vorschriften gelten, wie etwa Doppelrohrsysteme und Dichtigkeitskontrollen. Selbst für die Hausgärten gibt es Einschränkungen bei Dünger und Pflanzenschutz.

Betrifft die Schutzzone 2 landwirtschaftlich genutztes Land, so sind beispielsweise das Ausbringen von Jauche und Hofdünger sowie das Lagern von Siloballen verboten. Auch Gemüsebau kommt nicht infrage. Das neue Reglement sieht vor, die Zone 2 um rund 3500 Quadratmeter auszuweiten.

Die Schutzzone 3 verlangt geringere Einschränkungen, auch die landwirtschaftliche Nutzung ist gestattet. Die Zone 3 soll neu Richtung Oberkulm von 30 800 auf 53 350 Quadratmeter erweitert werden.

Für Eigentümer von Liegenschaften gelten alle Einschränkungen weiterhin. Dabei trifft es besonders Landbesitzer, die innerhalb der Zone 2 noch eine Baulandreserve haben, weil sie diese laut Gesetz gar nie bebauen können.

Um diese Situation zu entschärfen, prüfe die Gemeinde heute auch die Verlegung der Grundwasserfassung auf die unüberbaute Westseite der Wyna, sagt Gemeindeschreiber Beat Baumann.