Rund drei Wochen ist es her, seit der Regierungsrat die Beschwerde von drei Umweltverbänden gegen den Bau eines Kleinwasserkraftwerks in der Suhre abgewiesen hat. Noch läuft die 30-tägige Beschwerdefrist beim Verwaltungsgericht. Und obwohl sie noch nicht vorbei ist, ist der Schöftler Gemeindeammann Rolf Buchser erleichtert: Die Umweltverbände WWF Aargau/Schweiz und Aqua Viva haben entschieden, beim Verwaltungsgericht keine Beschwerde zu führen.

«Wir haben an unserer Sitzung entschieden, dass wir den Entscheid nicht weiterziehen werden», sagt Tonja Zürcher, Geschäftsführerin von WWF Aargau im Namen aller drei Umweltverbände. Leider könne man nicht gegen alle Entscheide Beschwerde einlegen, selbst wenn das aus fachlicher Sicht notwendig wäre. Man müsse Prioritäten setzen und das Kleinwasserkraftwerk Schöftland sei da nicht ganz oben. Zudem sei eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht immer auch mit Kosten verbunden. «Wir bedauern aber nach wie vor, dass an dieser Stelle, wo das Kleinwasserkraftwerk in der Suhre geplant ist, keine richtige Revitalisierung möglich ist», sagt sie.

«Dann kann man bauen»

Nur noch diese drei Verbände waren berechtigt, Beschwerde beim Verwaltungsgericht zu führen. Da sie dies nun nicht tun, bedeutet das grünes Licht für das Projekt: «Dann kann man bauen», sagt Sandro Messner von der Rechtsabteilung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt. Die Rechtsmittelfrist müsse noch abgewartet werden, sobald diese abgelaufen sei, werde die Projektgenehmigung rechtskräftig.

Rolf Buchser, Schöftler Gemeindeammann, ist «hoch erfreut» über den Entscheid der Umweltverbände. «Jetzt können wir die Arbeit aufnehmen und mit der Umsetzung des Projekts beginnen, sodass wir im nächsten Jahr selber Energie aus der Suhre produzieren können.» Die Startsitzung für die Umsetzung des Projekts könne nun definitiv stattfinden.

Dem Bau des Kleinwasserkraftwerkes Obere Mühle steht jetzt also nichts mehr im Wege. Vor rund zweieinhalb Jahren hat die Einwohnergemeinde Schöftland das Projekt als Bauherrin vor die Gemeindeversammlung gebracht. Es sollte Schöftlands Beitrag an die Energiewende werden, rund 107 Haushalte könnten mit Strom versorgt werden. Gegen das Baugesuch gingen Einwendungen ein, diese wurden abgewiesen, der Kanton genehmigte das Projekt. Doch die Umweltverbände Aqua Viva und WWF Aargau/Schweiz legten Beschwerde beim Regierungsrat ein, diese wurde wiederum abgewiesen. Der nächste Schritt wäre der vor Verwaltungsgericht gewesen, doch diesen haben die Verbände nun nicht eingeschlagen.