Wegen des anhaltenden Baubooms herrscht in der Region grosser Leerwohnungsstand. «Dabei werden Landreserven verschleudert und Dörfer verunstaltet», finden die Grünen Kulm. Sie schlagen darum als Gegenmassnahme einen leerstandsabhängigen Bewilligungs-Stopp vor.

Damit greifen die Grünen die Idee des Reinacher FDP-Ständerats Philipp Müller auf. Er machte Mitte September im «Blick» einen radikalen Vorschlag zum Bauboom-Stopp: «Hört auf mit dem Bau von Mietwohnungen in Gegenden, wo die Leerstandsziffer höher als zwei Prozent ist», sagte er.

Die Grünen Kulm, allen voran der Schöftler Grossrat Severin Lüscher, schlagen einen Leerstands-Schwellenwert in einer Gemeinde «von zum Beispiel drei Prozent» vor, wie sie in einem Mediencommuniqué schreiben. «Davon ausgenommen sein sollte Bauen für die Eigennutzung sowie Umbauten und Ersatz bestehender Gebäude», präzisiert die Partei.

«Der Leerstand erreicht in gewissen Gemeinden derzeit bereits über 10 Prozent.» Die Folgen dieser Fehlentwicklung finden die Grünen bedenklich: «Die Landschaft wird zugehäuselt, Ortsbilder verblockt, Naturräume und Fruchtfolgeflächen zerstört.» Baulandreserven würden nicht zur «geordneten Besiedlung» nach Raumplanungsgesetz genutzt, sondern schlicht als Anlagevehikel in Beton. «Ob die Bauten auch genutzt werden, ist für ihren Buchwert vorerst sekundär. Um Wertberichtigungen zu vermeiden, bleiben auch die Wohnungspreise trotz Überangebot hoch. Gemeinden kämpfen mit hohen Kosten durch soziale Entmischung und für eine rasch wachsende, aber schlecht genutzte Infrastruktur. «Diesen teuren Fehlentwicklungen sollte ein Riegel geschoben werden», schreibt die Partei. Severin Lüscher werde in Kürze im Gossen Rat entsprechende Vorstösse einreichen. (rap)