Die Fahrt mit der WSB von Menziken nach Aarau dauert 37 respektive 39 Minuten. Im Bummeltempo vorwärts gehts auch im Seetal: Von Lenzburg nach Luzern ist man mit den SBB ewige 80 respektive 84 Minuten unterwegs. Zu lange, findet der EVP-Grossrat Uriel Seibert (Schöftland).

Er wird nächste Woche einen parlamentarischen Vorstoss einreichen, in dem er den Regierungsrat auffordert, für kürzere öV-Reisezeiten im Seetal und im Wynental zu sorgen. Konkret will Seibert etwa wissen: «Welche Rolle spielen Schnellzüge (Verbindungen, welche nicht an allen Haltestellen halten) in der langfristigen Planung des Regierungsrats zur Mobilität im Wynental und Seetal?» Und zur Begründung schreibt der Grossrat: «Es stellt sich die Frage, ob eine Reisezeit von Menziken nach Aarau unter 30 Minuten erreicht werden könnte, wenn Schnellzüge eingeführt würden, die nicht an allen Haltestellen hielten.»

Im Seetal gäbe es laut Seibert noch einfacheres Optimierungspotenzial: «Betrachtet man den Fahrplan der S9, so fallen Zeitpuffer in Zwischenstrecken und beim Halt in gewissen Bahnhöfen auf, durch deren Beseitigung sich eine Reduktion der Fahrzeit von Lenzburg nach Luzern von rund 10 Minuten ergeben könnte.»

Uriel Seibert strebt mit seiner Interpellation nicht eine Taktverdichtung, sondern eine Fahrzeitoptimierung an. Er findet: «In beiden Gebieten besteht vom Takt her ein gutes öV-Angebot, welches werktags vom Seetal Verbindungen im Halbstundentakt Richtung Luzern und Lenzburg und im Wynental im Viertelstundentakt Richtung Aarau gewährleistet.»

Der EVP-Grossrat begründet ein Engagement in Richtung schnellere Züge respektive Schnellzüge mit der Mobilitätsstrategie des Kantons Aargau aus dem Jahr 2016. So sei für die ländlichen Zentren wie Menziken und Reinach eine bewusste Förderung des öV (Bus und Zug) sowie des Fuss- und Radverkehrs zwecks Reduktion des motorisierten Individualverkehrs vorgesehen. (uhg)