Am 21. September gilt es ernst: Dann stimmen die Gemeindeversammlungen von Attelwil und Reitnau über die Fusion ihrer Dörfer ab. Der Kanton unterstützt den Zusammenschluss mit rund 3,8 Millionen Franken. So könnte der Steuerfuss bis und mit 2022 bei voraussichtlich 114 Prozent gehalten werden.

Kommt die Fusion zustande, werden einige der am 24. September gewählten Gemeinderäte Anfang 2019 bereits wieder ausscheiden. Für die restlichen drei Jahre der Amtsperiode wird ein neues Gremium gewählt, wobei drei aus dem Reitnauer und zwei aus dem Attelwiler Wahlkreis stammen müssen. Dies wird Regina Lehmann-Wälchli nicht mehr betreffen. Nach 20 Jahren im Gemeinderat, 8 davon als Ammann, tritt sie nicht mehr an. Der Fusionsprozess hat ihre Amtszeiten geprägt.

Frau Lehmann-Wälchli, freuen Sie sich auf den 21. September?

Regina Lehmann: Natürlich, ich schaue diesem Tag mit Respekt, aber auch mit grosser Freude entgegen. Wenn die Bevölkerung Ja sagt, was ich hoffe, ist der Verhandlungsprozess abgeschlossen und ein neuer, der Umsetzungsprozess beginnt. Die Umsetzungsphase wird ebenso viel Energie benötigen, wie die Verhandlungen.

Gab es Knackpunkte bei den Fusionsverhandlungen?

Zum Glück hatten wir dank einer gemeinsamen Feuerwehr und Schule schon viel weniger Potenzial für Knackpunkte, als andere Gemeinden. Natürlich könnten auch Details zu grossen Diskussionen werden, doch wirkliche Hürden gab es in den Verhandlungen eigentlich nicht. Vonseiten der Bevölkerung war sehr wenig Opposition zu spüren, weder an der Informationsveranstaltung, noch im Dorfalltag. Auch wurden gegen den Vorschlag der drei Gemeinderäte aus Reitnau und zwei aus Attelwil für die ersten drei Jahre keine Stimmen laut.

Der neue Gemeindenamen wird nur noch «Reitnau» sein. Waren diesbezüglich vom Fusionspartner Attelwil Ängste zu spüren?

Der neue Dorfname stösst meines Wissens auf Akzeptanz. Das liegt vermutlich auch an der Vorarbeit. Der neue Name wurde ja von einer der vier für die Fusion eingesetzten Arbeitsgruppen mit Vertretern beider Gemeinden eruiert. Die Ortstafel von Attelwil wird zudem auch weiter bestehen bleiben, angefügt wird nur der Name «Reitnau» in Klammern. Auch die Postleitzahl von Attelwil wird sich nicht ändern und das Wappen von Attelwil bleibt zum Beispiel auf Strassenschildern präsent.

Sie werden für die nächste Amtsperiode nicht mehr zur Wahl antreten. Haben Sie je mit dem Gedanken gespielt, noch bis zur Fusion im Januar 2019 im Amt zu bleiben?

Der Gedanken kam mir, ernsthaft zur Debatte stand das aber nie. Ich bin jemand, der auf das Ende einer Amtsperiode aufhören will. Wenn ich Ja sage, dann sage ich zu vier Jahren Ja. Nur ein bisschen weitermachen, das passt nicht zu mir. Ich halte es auch für klüger, wenn zum Zeitpunkt der Fusion bereits eine neue Person im Amt ist. Beide Gemeinden können diese dann ein Jahr lang kennenlernen und so besser entscheiden, ob sie auch als Ammann der fusionierten Gemeinde wählbar ist.

Haben Sie ein positives Gefühl, was den Ausgang der Abstimmung der Gemeindeversammlung betrifft?

Ich vertraue darauf, dass die Bevölkerung heute den Zusammenhalt hat, dass sie diesen Schritt gehen kann. Ich habe ein gutes Gefühl. Noch vor paar Jahren war das anders, denn nicht alle Gemeinderäte der beiden Gemeinden standen hinter der Fusion. Heute tun sie das. Für mich ist das die Grundvoraussetzung, damit eine Fusion auch von den Gemeindeversammlungen angenommen wird. Natürlich weiss ich, dass damit noch nichts endgültig beschlossen ist. Sagen beide Gemeindeversammlungen Ja, dann muss die Vorlage auch noch an der Urnenabstimmung vom 26. November angenommen werden. Warten wir es also ab.