Es war ein kleiner Funken Hoffnung, den Thomas Häfliger, Gemeindeammann von Schmiedrued-Walde, noch hatte. Die Hoffnung, dass der Grosse Rat entgegen der Botschaft des Regierungsrates und der vorberatenden Grossratskommission für die Richtplananpassung entscheiden würde. Für die 2,04 ha grosse Spezialzone «Chänelmatt», die dem Ausbildungszentrum «das Pferd» und der Baufirma Loosli AG zur Betriebserweiterung dienen sollte.

Doch die Hoffnung zerschlug sich am Dienstagnachmittag im Grossen Rat. Mit 73 zu 52 Stimmen wurde die Einzonung abgelehnt. «Ich bin enttäuscht. Jetzt müssen wir analysieren, was gesagt und was kritisiert wurde», sagte Häfliger nach der Sitzung. «Wir wussten, dass wir die SVP und die FDP auf unserer Seite brauchen.» Doch genau daran scheiterte es. Die SVP sprach sich zwar für die Anpassung des Richtplanes aus, die FDP lehnte diese jedoch ab. «Als ich das ablehnende Votum der FDP gehört habe, habe ich erwartet, dass es nun gelaufen ist», sagte Häfliger.

SVP mehrheitlich für Anpassung

Die SVP hingegen empfahl, die Anpassung des Richtplans in Schmiedrued gut zu heissen. Martin Keller begründete dies unter anderem damit, dass die Baufirma als Arbeitgeber abwandern könnte, sollte die Richtplananpassung nicht genehmigt werden. Das Bauunternehmen ist der zweitgrösste Arbeitgeber in der Gemeinde und beschäftigt rund 40 Mitarbeiter. Man solle der Gemeinde das Recht geben, sich zu entwickeln. «Sonst werden die ländlichen Gebiete ausgedünnt und alle wandern ab an den Speckgürtel», sagte Keller.

Auch mehrere Einzelvotanten, viele aus dem Wynen- und Suhrental, setzten sich für die Anpassung des Richtplans ein.

Traditionell sei die FDP gewerbefreundlich, sagte Martina Sigg, die das Votum der Partei vortrug. Die Zweifel am Vorhaben seien bis jetzt aber nicht ausgeräumt worden. Die Landschaft von kantonaler Bedeutung, in der sich die «Chänelmatt» befindet, lasse sich nicht mit der vorliegenden Planung vereinbaren. Zudem bestehe kein öffentliches Interesse. Deshalb empfahl die FDP, die Einzonung abzulehnen.

Parteien mehrheitlich für Ablehnung

Die SP folgte dem Antrag der Regierung, das Geschäft abzulehnen. «Die Motive vermögen uns nicht zu überzeugen, dass nur in diesem Gebiet eine Betriebserweiterung möglich ist», sagte Rosmarie Groux für die Partei. Esther Gebhard-Schöni fügte für die EVP an, es sei nicht leicht gewesen, in diesem Fall zu entscheiden. Man könne verstehen, dass die Gemeinde die Arbeitsplätze erhalten wolle, die EVP gewichte jedoch den Erhalt der Landschaft von kantonaler Bedeutung und der Fruchtfolgeflächen höher.

Auch die CVP und die Grünen schlossen sich mehrheitlich diesen Argumenten an und lehnten die Richtplananpassung ab. Roland Basler sagte für die BDP, es sei nicht schlüssig, warum die Baufirma nicht an einem anderen Standort ihren Betrieb erweitern könne. Von der GLP fügte Barbara Portmann an, es sei schwierig, dass das Geschäft überhaupt vor den Grossen Rat gekommen war. Dies, nachdem die Anpassung vom zuständigen Departement bereits abgelehnt wurde.

Man habe sich mit dem Gemeinderat geeinigt, das Geschäft vom Grossen Rat entscheiden zu lassen, sagte Regierungsrat Stephan Attiger dazu. So könne der Grosse Rat abwägen. Und genau das hat er jetzt getan - allerdings nicht im Interesse der Gemeinde Schmiedrued-Walde.