Kölliken
Grosser Rat gibt grünes Licht für die neue Kiesgrube «Schürlifeld»

Der Grosse Rat hat mit nur einer Gegenstimme 12,5 Hektaren zum Kiesabbau freigegeben. Es handelt sich um das Gebiet «Schürlifeld» in Kölliken. Die Kiesabbaufirma Hochuli und die Gemeinde Kölliken sind zufrieden, Oberentfelden hat Bedenken.

Christine Fürst
Drucken
Teilen
Im Schürlifeld in Kölliken soll Kies abgebaut werden. Kanton Aargau

Im Schürlifeld in Kölliken soll Kies abgebaut werden. Kanton Aargau

Kanton Aargau

In rund zehn Jahren werden die Reserven im bereits jetzt genutzten Abbaugebiet «Hardmatte» in Kölliken erschöpft sein. Die Firma Hochuli AG betreibt diese Kiesgrube. Eine neue Kiesgrube scheint nun im «Schürlifeld» gefunden. Dieses ist rund 12,5 Hektaren gross und schliesst an die Kiesgrube «Hardmatte» an. Es umfasst hochwertigen Alluvialkies und ist rund 10 bis 12 Meter mächtig.

Die Firma stellte den Antrag, um das Gebiet «Schürlifeld» in den Richtplan aufzunehmen. Der Regierungsrat kam zum Schluss, dass das neue Abbaugebiet in Kölliken sowie ein weiters in Würenlos raumplanerisch zweckmässig sind. Nun hat der Grosse Rat dieser Anpassung mit 110 zu 1 Stimmen zugestimmt. Eine Hecke als Sichtschutz wurde abgelehnt.

Die Firma Hochuli freuts. «Dieser Entscheid sichert die Zukunft eines Familienbetriebs», sagt Geschäftsführer Stefan Bürgler. Nun gehe es weiter mit der Anpassung des Zonenplanes. Er geht davon aus, dass die Kiesgrube «Schürlifeld» ungefähr 15 Jahre betrieben werden könne. Danach werde sie – wie auch die Kiesgrube «Hardmatte» – renaturiert und der Landwirtschaft wieder übergeben.

Auch die Gemeinde Kölliken ist zufrieden mit dem Entscheid des Grossen Rates. «Damit kann die Firma Hochuli längerfristig Kies in der Region abbauen und bleibt der Gemeinde erhalten», sagt Gemeindeschreiber Felix Fischer.

Bedenken äusserte der Gemeinderat Oberentfelden, weil sich eine Grundwasserfassung in der Nähe des «Schürlifelds» befindet. «Unsere Bedenken sind nicht kleiner geworden», sagt Gemeindeamman Ruedi Berger.

Birdlife Aargau und der WWF Aargau lehnten die Richtplananpassung ab und begründeten dies mit Interessenskonflikten mit der Grundwassernutzung und dem Wildtierkorridor in Kölliken.

«Es gibt nur einen etappenweisen Abbau», sagt Baudirektor Peter C. Beyeler. Auf der einen Seite werde abgebaut, auf der anderen Seite wieder aufgefüllt. Die Fruchtfolgeflächen seien nicht für immer verloren.

Aktuelle Nachrichten