Sonntagabend, kurz vor 20.30 Uhr: Bei der Kantonspolizei geht die Meldung ein, dass in Unterkulm ein junger Mann mit einem Gewehr ab seinem Balkon schiesst. Drittpersonen seien bis jetzt nicht bedroht oder in Gefahr gewesen, da der Mann seine Waffe Richtung Weideland ausgerichtet habe.

Mehrere Polizeipatrouillen sperrten daraufhin das nähere und weitere Gebiet Knubel ab. Der vermeintliche Schütze, ein 28-jähriger Schweizer, wohnt in einem Zweifamilienhaus im Obergeschoss. Er lebt alleine. Hinweise deuteten darauf hin, dass er möglicherweise ein Alkoholproblem haben könnte, schreibt die Kantonspolizei in einem Communiqué.

Nachdem die Meldung bei der Polizei eingegangen war, ist der junge Mann nicht mehr gesehen worden. Als die Polizisten ihn kontaktieren wollten, fanden sie ihn schlafend in seinem Wohnzimmer vor. Am Boden lag ein Spielzeuggewehr. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um ein Gotcha Gewehr (auch Paintball-Gewehr genannt), also ein Gewehr, das Farbkugeln verschiesst.

Die Abklärungen ergaben, dass er unter starkem Alkohol-Einfluss stand. Der Mann wurde inhaftiert wegen Verdacht auf Widerhandlung gegen das Waffengesetz, die Staatsanwaltschaft eröffnete eine Strafuntersuchung.

Auch Spielzeugwaffen fallen unter das Waffengesetz

Seit der Revision des Waffengesetztes vom 12. Dezember 2008 gilt das Gesetz auch für Imitations-, Schreckschuss- und Soft-Air-Waffen, die aufgrund ihres Aussehens mit echten Feuerwaffen verwechselt werden können.

Das Gesetz wurde verschärft, um den Missbrauch mit Spielzeugwaffen einzuschränken. In der Vergangenheit kam es öfters zu Überfällen mit Luftdruck-Pistolen oder Soft-Air-Guns.

Für den Verkauf von Waffen, die mit echten Waffen verwechselt werden könnten, braucht es eine Waffenhandelsbewilligung für Nichtfeuerwaffen. Zudem müssen Käufer und Verkäufer einen Vertrag unterschreiben, den beide zehn Jahre lang aufbewahren.