Gontenschwil
Diese geschützte Hecke kommt wegen sechs Einfamilienhäusern weg – ihre Nachfolgerin ist Schweizerin pur

Auf der von Gestrüpp überwucherten Brache im Gontenschwiler Quartier Hettligen soll gebaut werden. In diesem Zug wird die geschützte Hecke ersetzt.

Flurina Dünki
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In Gontenschwil sind bei der Hettligen/Widenmattstrasse 6 Einfamilienhäuser geplant. Dazu muss eine kumunal geschützte Hecke weichen.

In Gontenschwil sind bei der Hettligen/Widenmattstrasse 6 Einfamilienhäuser geplant. Dazu muss eine kumunal geschützte Hecke weichen.

Flurina Dünki

Es ist ein kleines Wäldli mitten im Gontenschwiler Wohnquartier, die Hettligen, mit ihren hohen Bäumen und Hecken. Wo sich Pfadis oder eine Waldspielgruppe wohlfühlen könnten.

Hier soll bald grosszügig gefällt werden: Für 5,26 Millionen Franken will die Fueli Invest AG aus Bülach ZH sechs zweistöckige Einfamilienhäuser auf die jetzt noch überwucherte Brache stellen. Dazu eine Einstellhalle mit 12 Parkplätzen, deren Ausfahrt auf die Widenmattstrasse führt. Alle Häuser verfügen über einen Wintergarten. Das Baugesuch liegt noch bis zum 5. Juli öffentlich auf, Projektverfasser ist die Stadler Architekten AG in Boniswil.

Nur ein einziges Haus steht auf dem zwei Parzellen grossen Grundstück, dieses soll abgebrochen werden. Zudem soll der Hettligen-Weg, der zwischen den beiden Häuserreihen durchführen wird, leicht verschoben werden. Die grösste zu bewältigende Hürde für dieses Projekt steckt im Gestrüpp: Die Hecke, die der Widenmattenstrasse entlangführt, ist kommunal geschützt.

Neue Hecke mit BirdLife ausgesucht

Davor hatte die Architekturfirma grossen Respekt, wie aus den Bauunterlagen zu schliessen ist. Um bei der Entfernung und Neupflanzung der Hecke dem Naturschutz konform zu handeln, setzte sie sich mit BirdLife Aargau in Verbindung, um Punkte wie Heckensorten und tiergerechte Umgebung gemeinsam zu planen.

Die heutige Hecke soll weitgehend entfernt werden. Nachdem die sechs Häuser gebaut sind, wird eine neue Hecke gepflanzt. Diese wird eine Quartiergrenze entlang der Widenmattenstrasse bilden. Weil die künftige Hecken-Fläche kleiner sein wird, weicht als Ausgleichsmassnahme die Mauer entlang der Widenmattstrasse bis auf die Höhe von 15 Zentimeter, um Kleintiere wie Eidechsen durchkriechen zu lassen.

All das wurde mit BirdLife abgesprochen. Ebenso die Pflanzliste für die neue Hecke, deren Sträucher schon von Beginn an eine gewisse Höhe haben sollen, damit diese «die wichtige Brückenfunktion wieder übernehmen kann», so die Baugesuchsunterlagen. Die 4 mal 110 Meter mächtige Hecke sei heute nicht in einem Zustand, der den Titel schützenswert verdiene, sagt auch der Gontenschwiler Gemeindeschreiber Reto Mäder. Die Hecke ist ungepflegt, viel zu hoch gewachsen und zwischendurch wuchern eingewanderte Pflanzen (Neophyten). Die neue Hecke wird nur aus einheimischen Pflanzen bestehen, ebenso wie die restliche Umgebungsgestaltung. Der Unterhalt geschehe «nicht durch die jeweiligen Grundeigentümer», wie die Architekten schreiben, sondern durch Profis.