Reinach
Gmeind redet bei Auszonungen mit

Trotz Auszonungen: Das Dorf kann noch lange wachsen. Vor allem nach innen. Am 1. Juni befindet die Gemeindeversammlung über die Nutzungsplanung.

Peter Weingartner
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In Reinach sollen total 4,94 Hektaren Bauland am Siedlungsrand augezont werden (rote Flächen). Im Zuge von acht Einwendungen kommt es zu Änderungen gegenüber der vom Kanton vorgeprüften Planung. Auch darüber soll die Gemeindeversammlung befinden.

In Reinach sollen total 4,94 Hektaren Bauland am Siedlungsrand augezont werden (rote Flächen). Im Zuge von acht Einwendungen kommt es zu Änderungen gegenüber der vom Kanton vorgeprüften Planung. Auch darüber soll die Gemeindeversammlung befinden.

zvg

74 Hektaren in der Bauzone sind unüberbaut», sagte Gemeindeammann Martin Heiz am Montagabend, als der Gemeinderat Ortsparteien und Medien über die Gemeindeversammlung vom 1. Juni informierte. Da nehmen sich die vom Kanton verlangten Nicht-Einzonungen von ehemaligen Bauzonen der zweiten Etappe geradezu mickrig aus: 2,29 Hektaren. Dazu kommen 2,65 Hektaren Bauland, die wegen Richtplananpassungen ausgezont werden müssen.

Insgesamt verfügt Reinach gemäss neuem Bauzonenplan über knapp 296 Hektaren Baugebiet. Heiz ist denn auch zufrieden: «Bei fünf Prozent Wachstum pro Jahr haben wir für die nächsten 50 Jahre Bauland eingezont.» Die Bauzonen übersteigen also den Planungshorizont von 15 Jahren deutlich. Knapp 44 Hektaren werden als Wohn- und Mischzonen, knapp 20 als Arbeitsplatzzonen und 2,4 Hektaren als Zone für öffentliche Bauten und Anlagen ausgeschieden.

Dass man bei den Auszonungen an der Peripherie den Stift ansetzt, ist nachvollziehbar, geht es doch um eine Verdichtung nach innen, in teilweise bereits überbauten Gebieten. Kommt dazu, dass Auszonungen mitten im Siedlungsgebiet Entschädigungszahlungen zur Folge hätten.

Acht Einwendungen abgewiesen

Gegen die revidierte Nutzungsplanung gingen 18 Einwendungen ein. Zwei davon wurden zurückgezogen, vier vom Gemeinderat gutgeheissen, vier teilweise gutgeheissen. Im Zuge von acht Einwendungen kommt es zu Änderungen gegenüber der vom Kanton vorgeprüften Planung. Darüber soll die Gemeindeversammlung befinden. Um sich gegen eventuelle Entschädigungsforderungen zu wappnen, hat der Gemeinderat ein Rechtsgutachten machen lassen.

Am Rand des Siedlungsgebiets Richtung Beinwil konnte der Gemeinderat mit drei Besitzern von angrenzenden Grundstücken einen Deal aushandeln: Wird innert fünf Jahren nicht gebaut (Überbauungsplan), wird das Land ohne Entschädigung ausgezont. «Ohne diesen Deal wären bei einer Auszonung wohl Kosten von über einer Million Franken angefallen», sagte Heiz. Ungewöhnlich sei der nachträgliche Antrag eines Grundbesitzers gewesen, der die Umzonung einer Parzelle im Industriegebiet von der Bau- in die Landwirtschaftszone wollte. Dem Antrag wurde natürlich stattgegeben. Zudem werden zwei Eichen im Gebiet Ärbsacher als Schutzobjekte im Kulturlandplan dargestellt.

Der Gemeinderat hatte sich auch mit der Unterschutzstellung von Häusern auseinanderzusetzen. Die Einwendungen dagegen hiess er gut. Auch den Antrag, der Villa «Wasserschloss», einem Gebäude mit Substanzschutz, den alten Namen «Villa Lindengut» zurückzugeben, unterstützt der Gemeinderat.

Das Bauen wird teurer

Am 1. Juni gehts auch um ein neues Gebührenreglement im Bauwesen. Die Gebühren (basierend auf der Bauordnung von 1994) seien nicht mehr kostendeckend, sagte Gemeinderat Ruedi Lanz. Konkret heisst das: Vorentscheide über Baugesuche kosten statt 100 in Zukunft 300 Franken. Bei bewilligten Baugesuchen fallen Gebühren von drei Promille der Baukosten an (bisher 2,5 Promille). Und wer öffentlichen Grund benutzt, beispielsweise als Abstellplätze für Maschinen, bezahlt neu pro Quadratmeter und Tag 20 Rappen (bisher 2 Franken pro Quadratmeter und Monat). Der revidierte Nutzungsplan kann auf der Website der Gemeinde Reinach eingesehen werden.

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