Die Glas Trösch Gruppe hat gestern bekannt gegeben, dass das Unternehmen die kleineren Isolierglasbetriebe Pratteln und Volketswil, den Sicherheitsglasbetrieb in Bulle und den Montagebetrieb in Oftringen bis Ende Jahr schliessen will. Die Produktionsmengen dieser Werke sollen auf grössere Standorte in der Schweiz verlagert werden – unter anderem auf Oberkulm.

«Dies ist eine Reaktion auf die tiefen Preise am Markt, mit denen wir seit beginn der Aufhebung des Euro-Mindestkurses Mitte Januar zu kämpfen haben», sagt Bruno Gygax. Er ist Leiter Unternehmenskommunikation und Public Affairs bei der Glas Trösch Holding AG mit Sitz in Bützberg. «Das bedeutet, dass Oberkulm ein grösseres Auftragsvolumen bekommen wird.»

Was das punkto Arbeitsplätze für das Tal genau heisse, könne er zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen. Am Dienstag habe man erst die Mitarbeitenden der von der Schliessung betroffenen Betriebe informiert. Jetzt finde ein Konsultationsverfahren statt. «Wir versuchen natürlich, den Betroffenen möglichst im Unternehmen wieder eine Stelle anzubieten.»

Was den Standort Oberkulm betrifft, könne es durchaus sein, dass einzelne Arbeitsplätze geschaffen würden. Gygax betont das Wort «einzelne». Mit einem grossen Stellenausbau sei nicht zu rechnen, sagt er weiter. «Der Standort Oberkulm hat aktuell bereits genügend Produktionskapazität.»

Isolierglasgeschäft rückläufig

Generell sei das Geschäft mit dem Isolierglas schweizweit rückläufig. Seit der Finanzkrise 2008 durchlaufe die Fensterbau- und Flachglasbranche einen strukturellen Wandel: Viele kleine und mittlere Fensterbauer würden ihre Produktion aufgeben und der Importdruck aus den Nachbarländern und insbesondere aus Osteuropa werde immer stärker. Zudem sei der Fenstermarkt immer weniger ein lokaler Markt.

Auf den Baulandabtausch zwischen den Gemeinden Oberkulm und Menziken angesprochen, der einen Ausbau des Werks in Oberkulm erst möglich macht (az vom 8. 11. 2014), sagt Gygax, die geplante bauliche Erweiterung stünde nicht in direktem Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen. «Der Standort Oberkulm hat für die Glas Trösch Holding einen hohen Stellenwert.»

Trotzdem, ein Baugesuch seitens Glas Trösch ist in den nächsten Monaten nicht zu erwarten. Zwar wurde das Erweiterungsvorhaben nicht schubladisiert, wie Gygax versichert; es werde sich aufgrund der aktuellen Ereignisse wohl aber verzögern. «Wir müssen jetzt zuerst schauen, wie sich der Markt für Glas Trösch in der Schweiz entwickelt.»