Regionalpolizei aargauSüd
Gewalt gegen Polizei nimmt zu: Beamte in zwei Fällen mit Gewehren bedroht

Am Jahresendrapport der Regionalpolizei aargauSüd in Burg wies Polizeichef Dieter Holliger auf die zunehmende Gewaltbereitschaft von Privaten gegenüber Polizisten hin.

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Lt Dieter Holliger mit dem neu ernannten Korporal Andreas Hunziker.

Lt Dieter Holliger mit dem neu ernannten Korporal Andreas Hunziker.

Am traditionellen Jahresendrapport der Regionalpolizei aargauSüd nahmen nebst allen Korpsangehörigen auch die Präsidentin des Vorstandes der Repol aargauSüd, Gemeindeammann Annette Heuberger, Menziken und der Vizepräsident, Gemeindeammann Thomas Brändle, Zetzwil sowie einige Vorstandsmitglieder teil.

Polizeichef, Leutnant Dieter Holliger hielt Rückblick auf das vergangene Jahr. Mehr als 1000 Mal wurden Angehörige der Repol im vergangenen Jahr zu Einsätzen aufgeboten.

Laut Holliger standen klassische Repol Tätigkeiten wie präventive Patrouillen, Kontrolle von Hotspots, Erstinterventionen in verschiedenen Bereichen und Einsätze bei häuslicher Gewalt im Vordergrund. Auch die Kontrolle des fliessenden und ruhenden Verkehrs gehört zum Tagesgeschäft der Repol.

Dieter Holliger erwähnte besonders, dass die Gewaltbereitschaft im Allgemeinen zunehme. Auch Gewalt gegen Beamte sei häufiger geworden. «Wenn wir bei einem Fall von häuslicher Gewalt im Privatbereich intervenieren müssen oder wenn zum Beispiel ein Führerausweisentzug des Strassenverkehrsamtes zu vollziehen sei, könne es schon zu verbalen Beschimpfungen kommen, erklärte Holliger gegenüber der Aargauer Zeitung. Im laufenden Jahr wurden Beamte der Repol in zwei Fällen konkret mit Gewehren bedroht und die Täter konnten erst nach einem erweiterten Polizeiaufgebot verhaftet werden. In einigen Fällen konnten tätliche Übergriffe dank guter Gesprächsführung und Personenkenntnissen vermieden werden. Da zeige sich extrem, wie wichtig die lokale Verankerung sei, erklärt Holliger.

Hotspots im Fokus von Crime Stop

Der Polizeichef wies auf die Aktion «Crime Stop» hin, welche im Juli unter der Federführung des DVI (Departement Volkswirtschaft und Inneres) ins Leben gerufen wurde. Ziel ist, die Kriminalitätsrate zu senken. Der Fokus liegt dabei in der Kontrolle von verschiedenen Hotspots im Kanton Aargau sowie im Bereiche von Asylbewerberunterkünften und vermehrten Quartierkontrollen. «Mehr Sicherheit weniger Ordnung», so das Motto der Aktion. Die Regionalpolizei aargauSüd hat seit der Einführung von «Crime Stop» 619 Mannstunden für diese Aktion eingesetzt.

Personelles und eine Beförderung

Per Ende November hat Gfr Marc Eichenberger das Korps verlassen, um sich bei einem anderen Polizeikorps einer neuen Herausforderung zu stellen. Die Lücke könne schnell geschlossen werden, sagte Holliger, «es konnte bereits eine Polizistin auf den 1. Februar 2013 eingestellt werden.»

Die Vorstandspräsidentin Annette Heuberger richtete sich an die Polizisten. Sie erwähnte nochmals die gefährlichen Einsätze und sprach den Korpsangehörigen den Dank des gesamten Vorstandes aus.

Anschliessend beförderte sie Gfr Andreas Hunziker, Stellenleiter-Stv. auf dem Aussenposten Unterkulm, zum Polizei-Korporal. Gleichzeitig wurde Hunziker für seinen Schweizermeister Titel Pistole 50 Meter, geehrt. Er hatte in Lugano am Final des Schweizerischen Polizeifernschiessen teilgenommen.

Zum Schluss des Rapportes sprach der Repol Chef seiner Mannschaft, welche nach wie vor «mit grosser Motivation und hoher Einsatzbereitschaft» zu Werke gehe, seinen herzlichen Dank aus.

Den anwesenden politischen Vertretern dankte Holliger für das Vertrauen und das Wohlwollen, welches in der Region aargauSüd der Polizei entgegengebracht werde. Im Januar publiziert die Repol ihren detaillierten Jahresbericht 2012. (psi)