Reinach
«Geschütztes Wohnen»: Altersheim baut Demenz-Wohnplätze

Das Altersheim Sonnenberg baut acht Alterswohnungen in neue Demenz-Wohnplätze um. Das Projekt nennt sich «Geschütztes Wohnen». Die Kosten belaufen sich auf 1,9 Millionen Franken.

Peter Siegrist
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Die untern zwei Stockwerke werden umgebaut. Dem Gebäude vorgelagert, entsteht ein geschützter Garten für die Heimbewohner. zvg

Die untern zwei Stockwerke werden umgebaut. Dem Gebäude vorgelagert, entsteht ein geschützter Garten für die Heimbewohner. zvg

Die Stiftung Altersheim Sonnenberg in Reinach weitet ihr Angebot an Wohn-und Pflegeplätzen für demenzkranke Bewohnerinnen und Bewohner aus. «Geschütztes Wohnen» haben die Verantwortlichen das Projekt getauft, das heute mit der Publikation des Baugesuches öffentlich wird.

«Die Nachfrage nach Wohn- und Pflegeplätzen für demenzkranke Menschen steigt in der Region», sagt Maxrudolf Schlör, Präsident des Stiftungsrates. Das Heim plant, die seit 12 Jahren bestehende Wohngruppe «Abendsonne» um 14 Plätze auf total 21 zu erweitern.

«Wir reduzieren das Angebot von 16 auf 8 Alterswohnungen», erklärt Heimleiterin Miriam Lo Conte.

Die unteren zwei Stockwerke werden umgebaut und für die besonderen Bedürfnisse der künftigen Bewohner und des betreuenden Personals eingerichtet.

Im Erdgeschoss entstehen zwei Doppel- und zwei Einerzimmer. Zusätzlich werden ein Gemeinschaftsbereich und ein Stationszimmer realisiert. Im 1. Obergeschoss entstehen 3 Doppel- und 2 Einerzimmer.

Bewohnergerechte Gartenanlage

Vor der Westfassade wird ein Garten eingerichtet, der genau auf die Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt ist. Viele demenzkranke Menschen haben einen ausgesprochenen Bewegungsdrang.

Weil sie aber häufig die Orientierung verlieren, können sie nicht mehr ohne Begleitung ausserhalb des Heimes spazieren gehen. «Der ‹Demenzgarten› ist ein in sich geschlossenes, geschütztes Areal, es ist von der Aussenwelt abgegrenzt», erklärt Miriam Lo Conte.

Hier können die Bewohner sich frei bewegen, ein Rundweg und Sitzbänke laden zum Spazieren und Ausruhen ein. Mit raffinierter Gartentechnik wird die Grenze so gestaltet, dass weder von innen noch von aussen der Eindruck entsteht, die Bewohner seien hinter einem Zaun.

Dennoch müsse sichergestellt sein, dass niemand weggehen und das Areal verlassen könne, erklärt Schlör.

Änderung zum richtigen Zeitpunkt

Für Miriam Lo Conte ist heute klar: «Es hat jetzt genug Alterswohnungen mitten im Dorf», sagt sie und weist auf die Neueröffnung der Casa Schneggli mit 49 Wohnungen im April hin. «Wir konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenz, und dies ist die Pflege».

Präsentation an der Wyna-Expo

Während der Planung wurden der Stiftungsrat und die Heimleitung von Felix Bohn, Fachspezialist für altersgerechte Bauten, begleitet. Das Gesundheitsdepartement (DGS) hat das Projekt gutgeheissen, die zahlreichen Bedingungen seien erfüllt.

An der Wyna-Expo vom 2. bis 5. Mai in Reinach wird das Altersheim Sonnenberg sein 1,9 Mio. Projekt der breiten Öffentlichkeit vorstellen und über die erweiterte Wohngruppe und die Demenzkrankheit im Allgemeinen informieren.

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