Staffelbach
Geschlossen: Letzter Rettungsversuch des "Bären" ist gescheitert

Das Restaurant Bären wäre von ein paar Einheimischen beinahe gerettet worden – doch der Preis war zu hoch.

Barbara Vogt
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Das Restaurant Bären vor seinem Umbau. Die Gaststube wird jetzt in Wohnungen umgewandelt.

Das Restaurant Bären vor seinem Umbau. Die Gaststube wird jetzt in Wohnungen umgewandelt.

Es hätte sich wie ein Märchen angehört: Die Alt-Gemeindeammänner Fritz Hauri und Ruedi Wirth sowie weitere Interessenten aus dem Dorf wollten den «Bären» aus dem Dornröschenschlaf holen, indem sie ihn gekauft, modernisiert und ihm neues Leben eingehaucht hätten. Allerdings stieg Besitzer Werner Lieger aus Dagmersellen auf dieses Angebot nicht ein, er sagt: «Der Kaufpreis stimmte für mich nicht. Ausserdem hätte mir der Verkauf zu lange gedauert, weil sich mehrere Investoren daran beteiligten.»

Er wolle vorwärtsmachen, das heisst für Lieger: Er baut die Wirtsstube und die anderen Räume bis zum Frühjahr in eine Zweieinhalb- und Dreieinhalbzimmerwohnung um. In diesem Sommer reichte er dafür ein Umnutzungsgesuch ein (az vom 30. Juni), die Umbauarbeiten haben jetzt begonnen.

Werner Lieger schloss den «Bären» im letzten Herbst, weil er mit seinen Pächtern in den letzten Jahren nur schlechte Erfahrungen gemacht hatte. «Ich steckte mehr Geld in die Beiz, als ich verdiente.» Er ist überzeugt, Mieter für die neuen Wohnungen zu finden. Im Haus befinden sich bereits sieben Wohnungen, «die vermiete ich jeweils ohne Probleme», sagt der Besitzer.

Keine Beiz mehr

Die Umnutzung des «Bären» ist für Fritz Hauri und Ruedi Wirth eine bittere Pille. «Jetzt haben wir gar kein Lokal mehr im Dorf.» Das sei nicht nur für die jetzige Bevölkerung, sondern auch für die rund 200 Einwohner, die in den nächsten Jahren ins Dorf ziehen, schlimm. Als die beiden überraschend von der Umnutzung hörten, traten sie sofort mit dem Besitzer in Kontakt. Sie und die anderen Interessenten wären bereit gewesen, Geld in den «Bären» zu investieren und einen neuen Pächter zu suchen. «Das Restaurant wäre es wert gewesen», sagt Fritz Hauri. Nur hätten sich die Preisvorstellungen des Besitzers weit von denjenigen der Interessenten unterschieden. «Wir trafen uns in keiner Weise. Mit dem ‹Bären› ist es jetzt wohl vorbei», so Fritz Hauri.

Immerhin haben Einheimische einen letzten Versuch unternommen, das Lokal zu retten. Das Märchen ist trotzdem nicht wahr geworden.

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