Schöftland

«Geringe Entlastungswirkung»: Sylvia Flückigers Parkplatz-Motion blitzt beim Bundesrat ab

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der  Motion  von Sylvia Flückiger.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion von Sylvia Flückiger.

SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger will mit Gratisparkplätzen Fahrgemeinschaften fördern. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung ihrer Motion.

Sylvia Flückiger, SVP-Nationalrätin aus Schöftland, will die Strassen vom wachsenden Privatverkehr entlasten. In einer Motion fordert sie, dass der Bund an Autobahnauffahrten mehr Gratisparkplätze errichtet. Die Nationalrätin ist überzeugt, dass damit Fahrgemeinschaften einfach und günstig gefördert werden. Als Beispiel für eine völlig unbefriedigende Situation für Fahrgemeinschaften, das sogenannte Car-Pooling, nennt Flückiger die Situation an der A1-Einfahrt Aarau West bei Kölliken: «Ich komme da fast täglich vorbei und sehe, dass es an allen Ecken und Enden an genügend Parkplätzen fehlt.»

Die Statistik belegt: Nicht nur auf den Autobahnen, sondern auch auf dem übrigen Strassennetz nehmen die jährlichen Staustunden massiv zu. In diesem Zusammenhang interessant und ebenfalls belegt ist, dass der mittlere Besetzungsgrad der Autos im Arbeitsverkehr bei 1,1 Personen verharrt. Das heisst, dass die Staus zu keiner Verhaltensänderung geführt haben.

Entlastungswirkung zu gering

Das langfristige Ziel des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation ist, die durchschnittliche Belegung der Autos im Stossverkehr auf 1,5 Menschen zu erhöhen und damit das Verkehrsaufkommen und den Energieverbrauch um fast ein Drittel zu reduzieren. Müsste da Sylvia Flückiger mit ihrer Motion beim Bundesrat nicht offene Türen einrennen? Das tut sie nicht. In ihrer Stellungnahme zuhanden des Parlaments schreibt die Landesregierung zwar, dass sie Massnahmen, «welche die Effizienz der bestehenden Strasseninfrastruktur steigern», unterstütze. Die durch ein erweitertes Parkplatzangebot zu erwartende Entlastungswirkung schätzt der Bundesrat aber als zu gering ein, um die notwendigen Investitionskosten für Landerwerb, Realisierung und die betrieblichen Folgekosten zu rechtfertigen.

Im Aargau ist Flückigers Forderung teilweise umgesetzt. So stellt der Kanton an acht Standorten entlang der A1 und A3 520 Parkplätze für Fahrgemeinschaften zur Verfügung. Deren Auslastung ist unterschiedlich. In Kölliken wird die 100-Prozent-Marke regelmässig überschritten – bei Lenzburg sind im Schnitt nur 37 Prozent der Parkplätze belegt. (bkr/rap)

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